Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
12
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12 Drittes Hauptſtück,

weil er immer, daß die Sache nicht zu ſeinem Nußen gereiche, ſondern er nur andern vorarbeiten müſſe, befürchtet, 7; 0

6074 Warum eine gemeinſchaftliche Zütung zwiſchen Zerrſchaften und Unterthanen ebenfalls mancherley Schaden und tT7achtheil ſtifte,

Jn Anſehung derjenigen Hütungspläße, die zwiſchen der Herrſchaft und den Un- kerthanen gemein ſind, hat es eine gleichmäßige Bewandniß. Auch dieſe werden nicht genußet, wie ſie genußet werden könnten. Beſonders iſt nichts ſchädlicher, als die.ge- meinſchaftliche Hütung auf den Feldern, welche billig als eine natürliche Folge. von der ſo gewöhnlichen Vermiſchung der Aecer angeſehen werden muß. Denn ſo lange dieſe. un- tereinander vermenget liegen, iſt die gemeinſchaftliche Behütung derſelben, unvermeid- lich. Weghalb, wie ich hiedurch vorläufig erinnern will, bey Aufhebungen der Gemein- heiten zwiſchen Obrigfeiten und Unterthanen, billig von der Abſor.derung der-Aecker der Anfang gemacht werden muß. Jſt dieſe geſchehen, ſo wird dadurch die Theilung der ge- meinſchaftlichen Hütung nicht allein möglich gemacht, ſondern ſie iſt auch wenigern Schwierigkeiten unterworfen. n

Älles, was ich bereits 6. 9. von der Schädlichfeit der Aufhütungs- Gerechtigfei- ten unter fremden Aufhütungs-Intereſſenten geſaget habe, findet auch hier Plaß. Kann gleich eine vernünftige Dorf-Policey hierunter vieles verhindern, fo iſt ſie doch das ganze und alles auf beyden Seiten daraus entſtehende Unheil zu heben nicht im Stande. 5

Bald klagen die Untertchanen über das Eingreifen der Herrſchaftlichen Schäfer, und daß ihnen von denſelben das beſte Gras, ſo ihnen zur Erhaltung ihres Zugviehes nöthig iſt, frevelhafter Weiſe weggehütet werde. Bald wiederum wird den Herrſchaften mancherley Verdruß und Aergerniß von den Unterthanen verurſachet, wenn ſolc<he die feitgeſeßte Schonörter nicht gehörig reſpectiren, ſondern ſolche mit ihrem'Vieh vor der geſekßten Zeit verſtohlner Weiſe aushüten.

Mit Einem Wort, auf beyden Seiten ſuchet immer einer dem andern Eintrag zu thun, und dadurch geſchiehet es, daß die ganze Feldhütung weit eher, als es nöthig wäre, ein Ende nimmt, und das Vieh darüber zuleßt Hunger leiden muß«

6."18.

Wie alle diejenigen Schädlichfeiten, die aus der Vermiſchung der Aec>ker ſowohl, als auch in Anſehung der gemeinſchaftlichen Feldhütung zwiſchen Obrigkeit und Unterthanen ent: ſtehen, durch die Aufhebung der Gemeinheiten gehoben und aus dent Wege geräumet werden.

Alle dieſe, ſowohl aus der Vermengung der Aecer, als, auch wegen der in Ge- meinſchaft entſtehenden Feldhütung entſpringende Schädlichfeiten, gewinnen ein erwünſch- tes Ende, ſobald die zwiſchen Herrſchaften und Unterthanen bisher vorgewaltete Gewein- heiten auf eine billige und rechtliche Art gehoben, und einem jeden Theil der ihm zufom- mende Antheil von beyden beſtimmet, auch eines von dem andern abgeſondert worden.

Ein jeder kann alsdenn ſeine Aerſtücken brauchen, und mit derjenigen Getreide- Art, die er für die vortheilhafteſte und der Aergüte am gemaßeſten hält, beſaen, wie er

will. Nichts ſeßet der Bedüngung ſeiner Aecker weiter Gränzen, ſondern er kann 5 0