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10 Drittes Hauptſtü>.
Mit Einem Worte, dergleichen aus der Gemeinheit geſeßte Dorf-Nachbaren ſind nicht mehr als eigentliche Dorf- Nachbaren, ſondern bloß als Feld- Nachbaren anzuſe- hen. Denn die Auseinanderſeßung und dadurch zugleich bewirkte richtige Beſtimmung der Gränzen machet ſie dieſen vollkommen gleich.
6. 15. In welchen Gegenden die Aufhebung dieſer Art von Gemeinheiten am nothwendigften ſey.
Die Aufhebung der Gemeinheit zwiſchen Dorf- Nachbaren wird zwar aus den vorher angeführten Urſachen allenthalben nüslich, und billig das vornehmſte Augenmerk der verordneten Separations- Commißarien bleiben. Inzwiſchen giebet es gewiſſe Gegen- den, wo dergleichen Gemeinheiten auf eine ganz beſondere Weiſe überhand genommen KEN Hier iſt alſo auf ein dergleichen allgemeines Uebel auch die vornehmſte Sorgfalt zu richten. Nach meiner geringen Kenntniß, die ich von dem innern Zuſtande verſchiedener Provinzien habe, trift man, um hievon in den Königlichen Preußiſäyen Landen ein Bey- ſpiel zu geben, in Hinter- Pommern und der Priegniß- die meiſten in Gemeinheit ſtehen- den Dorf- Nachbaren an.
In der erſtern Gegend iſt es nichts ſeltenes, in einem und eben demſelben Dorfe von 4- 5 und mehrern Befißern reden zu hören, und für etwas beforderes har man es zu halten, wenn man ein Landgut antrift, welches nur Einen Herrn hat, Die ſchlechte Wermögens- Umſtände des dortigen Adels, worinn ſich derſelbe zu alten Zeiten befunden hat, iſt wohl die nächſte Urſache davon geweſen, und man nimmt ſchon in unſern Tagen wahr, daß die Güter wieder nach und nach zuſammen gefaufet, und an Einen Beſißer gebracht werden. Inzwiſchen iſt doch die Anzat der hier befindlichen Dorf-Nachbaren gegen andre Gegenden noch bis anjeßt unendlich.:
In der Priegnis war ehedem die Gemeinheit der Dorf- Nachbaren ebenfalls un» gemein eingerißeit, welches nunmehr aber ſonder Zweifel durch die allenthalben verord- nete Separations- Commißarien gar ſehr vermindert ſeyn wird. Sehr ſelten traf man vormals ein Dorf darinn an, wo der Beſißer fich als den Cigenthümer aller dazu gehöri- gen Pertinenzien anſehen konnte. Oefters kamen in einer Kleinigkeit 4- 5- und mehrere Eigenthümer, welche ein gemeinſchaftliches Recht daran harten, zuſammen. Ja, ich weiß mich von vorigen Zeiten einen Schulzen in der Priegniß zu erinnern, welcher 7 ver- ſchiedene Herven hatte. Die Vermögens- Umſtände der Gutsbeſiker können wohl an die- fen eingerißenen ſchädlichen Gemeinheiten keinen Antheil haben, indem es bekannt iſt, daß der dortige Adel von je her bemittelt geweſen. Vielleicht haben die Urſachen hievon in ungeſchickten Brüderlichen Theilungen, oder in einer gewißen Ehrbegierde, ſich einen Herry von vielen Gätern nennen zu fönnen, beſtanden. Inzwiſchen iſt dieſes ein Werk der Alcen, die in vielen Stücfen ganz anders, als zu unſern jekigen neuern Zeiten ge- ſchiehet, dachten, und welches daher den jekigen Beſißern nicht beyzumeſſen iſt.
Die Urſachen hievon mögen beſtehen, worinn ſie wollen, ſo habe ich beyde be- merkte Gegenden, deren vielleicht in allen Ländern noch mehrere ſeyn mögen 7 nur deshalb
zum Beyſpiel anführen wollen, damit diejenigen, die an deim Separationswerke arbei- ; ten,


