Von Aufhebung der Gemeinheiten, und in wie weit die 11. 3
Die ſämmtliche Landes- Collegia haben den ſtrengſten Befehl, über die Äeißige Betreibung-eines ſo nüßlichen und heilſamen Werkes ein wachſames Auge zu haben.
- Ja, das Königliche Auge Selber wacher, dieſes ertheilten allgemeinen Königli- <hen Befehls ohngeachtet, ſtets und unverrückt darüber, AW drey Monate müſſen der Allerhöchſten Perſon, die Liſten der aufgehobenen und augeinander geſeßten Gemeinhei- ten unmittelbar vorgeleget werden. Bey dieſer Gelegenheit werden von dem Throne Selz ber, die Fleißigen gelobet, die Nachläßigen aber beſtrafet, und für Gemeinen, die ſich, ohne erſt ein Commiſſariſches Antreiben und Vermittelung zu erwarten, ſelber auseinan- derſeßen, Prämien und Belohnungen beſtimmet.
Gewiß in einem Fall, wo das eigne Höchſte Intereſſe auch nicht den geringſten unmittelbaren Cinfluß hat, fann von einem treyen Vater des Vaterlandes wohl ein mehreres nicht erwartet werden,'
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Daß dem ohnerachtet dieſem ſo heilſamen Werk durch den Hrangel von der VUeberzeugung, daß ſelbiges von einer weſentlichen TTuünlichkeit ſep, viele Zinderniſſe inden Weg geleget werden, und daher ſolche näher nachzuweiſen die t7othwendigkeit erfordere,
Dieſe recht Königliche Bemühungen ſind nicht ohne Wirkung geblieben.“ Und wie wäre auch ſolches in einer Sache, die ſich unmittelbar in den Händen eines ſo wirkſa» men Landesherrn befindet,- möglich? Schon ein großer Theil des vorhin dürch die Ge- Meinheiten gehemmt geweſenen freyen Eigenthums, iſt wieder hergeſtellet, und eine anſehn- liche Anzahl von Obrigfeiten und Gemeinen, durch den nunmehrigen ohngehinderten Ge- brauch ihrer Aecer, Hütungen oder andrer Grundſtücke, glücklich gemachet, wenigſtens in beſſere Umſtände geſeßet worden.
Inzwiſchen könnte und würde die Sache noch einen weit evwünſchtern Fortgang haben, wenn man nicht noch faſt allenthalben einen theils öffentlihen, und theils gehei- men Widerwillen geges dieſes heilſame Werk verſpürete.
Allen denen, die in dieſem Fach gebrauchet werdea, kann ſolches nicht verborgen bleiben, und die Gemeinheits-Separations-Commiſſarien müſſen anmanchen Orten eben den Abſcheu, den man ſonſt gegen den Beſtimmer neuer Auflagen zu' hegen pfleget, er fahren. Die vorgefaſſete irrige Meynung, daß man ſie durch das Separations- Geſchäf: te in ihren alten Rechten und Herfommen ſtören werde, lieget bey den gemeinen Leuten woh! hauptſachlich zum Grunde.
Allein auch bey ſolchen Perſonen, denen man mit Recht mehrere Einſichten und Ueberlegung zutrauen kann, trift'man hierunter nicht ſelten eine gleiche Denfunggart an, Die Bemühungeu, die in unſern Tagen ſo häufig an die Aufhebung der Gemeinheiten gewandt werden, ſcheinen ihnen, wo nicht gar ſchädlich, doch wenigſtens gleichgültig und überflüßig zu ſeyn. Man höret, wenn ſie ihres Herzens Meynung ſagen dürfen, ſehr oft den Ausſpruch, daß es beſſer gethan ſey, wenn man es beym Alten ließe, als daß durch die angeſekßte viele Commiſſiones unnöthige Koſten verurſachet würden.
Ja,.iſt es mir zu ſagen erlaubt, ſo glaube ich immer, daß es ſelbſt unter den Ge- M Ds noch verſchiedene giebet, welchen das Stpaxations- Geſchäfte zweifel-
aft iſt. A 2 Alles


