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2 Drittes Hauptſtü>.
So lange die Erde weniger bevölfert war, mochten die Gemeinheiten, beſonders auf dem Lande, für weniger ſchädlich geachtet werden. Bey dem. durch die ſtärfere Be- völferung mehr vertheilten Eigenthum aber, werden deren nachtheilige Folgen imnzer größer, folglich die Hebung dieſes Uebels nothwendiger,.
675; Von dem allgemeinen Rechts-Satz, daß niemand in der Gemeinheit zu bleiben gezwungen werden könne, und daß ſich deſſen bisher nur wenige zu TTupe' gemacht.
Der zu allen Zeiten angenommene und vorhin erwähnte Rechts- Saß, daß Ylie» mand wider ſeinen Willen in der Gemeinheit zu bleiben gewöthiget werden xönne, gab ſchon vorhin einem jeden die Befugniß, ſich aus der Gemeinheit zu ziehen, und, wenn es nicht in Güte geſchehen konnte, deshalb Richterliche Hülfe und Beyſtand zu ſuchen.
Allein nur wenige haben ſich dieſer rechtlichen Befugniß bedienet. Man hat ſich durch unzählige aus dieſem Uebel entſtandene Proceſſe untereinander zu Grunde gerichtet, die Quelle deſſelben aber unverſtopfet gelaſſen.
Hiedurch ſind ſo viele an dem gehörigen Genuß ihres Eigenthums zehindert:wor- den, und ſo viele mögliche und nüßliche Verbeſſerungen unterblieben. 4
Nicht allein die Eigenthümer, ſondern auch der Staat ſelber, har dabey unend- lich gelitten. Der durch die ſchädliche Gemeinheiten gehemmte Gebrauch des Gigenthums iſt die Urſache geweſen, daß ein großer Theil des wahren Reichthums des Landes gleich- ſam vergraben geblieben.;
Faſt alles iſt über dieſen Punkt eingeſchläfert geweſen. Die aus den, beſonderß in der Landwirthſchaft, überall herrſchenden Gemeinheiten entſtehende. ſchädliche Folgen ſind zwar von einigen Vernünftigdenkenden eingeſehen, und deren Abänderung gewünſchet worden. Dabey allein aber iſt es auch geblieben, Nur wenige haben ſich ihres Rechts, um ſich aus dieſer unglücklichen Lage zu ſeen, bedienet,
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zVas beſonders in den Königlich Preußiſchen Landen, uvm dieſes Uebel zu heben, zu neuern Zeiten geſchehen, und veranſkaltet worden.
Zwar in verſchiedenen Ländern ſind treue Wächter und Vorſteher des Staats über dieſen ſo wichtigen Punkt aufmerkſam gemachet worden, und ſie haben, um eine ſo ſchädliche Hinderniß der allgemeinen Wohlfart nach Möglichfeit aus dem Wege zu räu- men, alle Mühe angewandt.
Nirgends aber iſt ſolches mit mehrern Nachdruck und Emſigkeit, als in den Län- dern und Staaten des großen und weiſen Sriedrichs, ſchon ſeit einigen Jahren, geſche- hen. Dieſer ſo gütige und fix das Wohl ſeiner Unterthanen unabläßig ſorgende Landes» vater, hat den unter ſeinem Zepter lebenden- Theil von Europa, aus dieſer ſo ſchädlichen Schläfrigkeit Selber aufgemuntert, und aus eigner höchſten Bewegung, einem jeden, der ſich nicht muthwillig verblenden, ſondern Nath und Hülfe annehmen will, einen ſichern Weg, um ſich aus den läſtigen und zu ſeinem offenbaren Verderben gereichenden Gemeinheiten, ohne koſtbare Weitläuftigkeicen, zu ziehen, gebahnet.
In allen Ländern der Königlich Preußiſchen Beherrſchung, ſiad zu ſolchem Ende verſchiedene Commiſſarien, welche die Aufhebung der Gemeinheiten, nach"Recht und Billigkeit, zu bewirken ſuchen müſſen, verordnet. DN
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