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Schaäfzucht, ein vorzüglicher aus Spanien vor mehr denn 60 Jähren bezogener Merinoſtamm ward dort auf den damals Churfürſtlihen Gütern ſorgſam gepflegt, und bei ſeiner Zunahme beſonders durch Widder im Lände verbreitet. Die Wolle bekam bald Ruf, ward für hdhere Preiſe als alle übrige deutſche Wolle gekauft und ging zuerſt in bedeutenden Quantitäten in's Aus- land. Ihre Güte machte auch dort Aufſehen und ſie ward dann unter dem Namen der Churfürſtlichen oder Electoralwolle bekannt. Dieß ermuthigte zur Vermeh- rung der Schaafzucht, und dieſe gewann dadurch einen bedeutenden Einfluß auf die ganze Landwirthſchaft. Da ſie ein ſehr einträglicher Zweig derſelben ward, ſo ſtieg durch ſie der Werth der Güter und vorzüglich der Pächtungen. Und noch jekt beruht die hohe Rente der- ſelben auf der Schaafzuht. I< habe eine Menge Güter dort kennen gelernt, die ohne dieſelbe weit unter den halben Werth ſinken müßten, und deren Pächter bei einer ordinären Landſchäferei nicht die halbe Pachtquote bezahlen könnten. Dieſes hat aber auch wieder mancher- lei Unbequemlichkeiten herbeigeführt. Wenndie Wollpreiſe herabgingen, ſo kamen Güterbeſitzer und Pächter in Verle- genheit. Man ſuchte den Uebeln zu begegnen, ſo viel in Kräften ſtand. Viele wollten durch die Menge erſetzen, was am Preiſe herabging, und vergrdberten ſich die Heerden durch Kreuzungen mit dichtwolligen Bd>en. Andere wollten'die entſtehende Lä>e durch den Verkauf von Zuchtvieh ausfällen, und ließen ſich daher, wenn es nur gut bezahlt wurde, das Beſte aus der Heerde


