Druckschrift 
Meine Erfahrungen in der höhern Schaafzucht / von J. G. Elsner
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen

13. A68 7 dn

Bogen, die in der Regel dünn ſteht, und vermdge des freien Zutrittes des Lichtes beim Aufſchlagen des Vließes einen Glanz und ein Anſehen gibt, die der Halbkundige für einen ſehr hohen Feinheitsgrad nimmt,' für beſonders gut hielt. Eine ſehr gedrängt ſtehende Wolle hat dieſen beſtehenden Anbli> nicht ſogleich, daher man dieſe früher geringer achtete. Nun hat aber jede Wolle, deren Stapel hohe Bogen bilden, je- desmal weniger Geſchmeidigkeit, als eine andere mit flacheren Bogen. Weil man jene aber für beſſer und feiner hielt, ſo befliß man ſich ihrer ganz beſonders, und erzeugte auf dieſe Weiſe gezwirnte Wolle, die man auch ſo lange für ſehr ſchön hielt, bis man durch die Käufer auf ihre Fehler aufmerkſam gemacht wurde. Auch jetzt gibt es noh hie und da unkundige Schaaf. züchter, die eine dergleichen Wolle ſchdn finden zur größten Freude derer, die ſich ſolcher Thiere gern ent- ledigen wollen.

Wie kommt es nun wohl aber, daß der Fehler des Zwirnens gewdhnlich, wenn man ihm nicht ernſtlich entgegen arbeitet, von Generation zu Generation zu- nimmt?

Die Antwort hierauf iſt wohl folgende: Die: oben beſchriebene, zum Zwirnen geneigte Wolle ſteht faſt immer dünn; ein Anfang zur Sprödigkeit iſt ſchon in ihr, wie die hohen Bogen verrathen. Vermdge ihres dünnen Standes kann Licht und Luft ſtark auf die Wolle wirken, die Haare ſchwitzen alſo von ihrem inne- habenden Oele zu viel aus; dieſes verdi>kt ſich auch