Druckschrift 
Meine Erfahrungen in der höhern Schaafzucht / von J. G. Elsner
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen

b. 00 8.

I< habe nämlich die Bemerkung gemacht, daß da die Schaafe allemal vorzugsweiſe zur Dünnwolligkeit hinneigten, wo man die Lämmer im erſten Jahre all- zu Uppig nährte; wogegen ich immer fand, daß da, wo man, anſtatt in dieſen Fehler zu verfallen, dieſelben nur mäßig fütterte, und ſo viel als möglich eine gleich- mäßige Ernährung beobachtete, faſt immer Dichtwol- ligkeit anzutreffen war. J< verglich erſteres mit Beob- ächtungen, die ich bei Maſtvieh gemacht hatte, und fand dort faſt gleiche Erſcheinungen. Wenn man näm- lic) Hammel mäſtet, und dieſelben vom erſten Tage der Schur ab ſogleic) üppig füttert 5 ſo wird- man, macht man mit andern von ganz gleicher Wolle einen vergleichenden Verſuch, und füttert dieſe nur mäßig, in kaum zwei Monaten die Bemerkung machen, daß leßtere mehr und dichtere Wolle angeſeßt haben, wie erſtere. Die bloße Ausdehnung des ganzen Körpers durch den Fleiſchanſaß bei dieſen kann nicht als Täu- ſchung angeſehen werden, weil in der That, wollte man beide ſcheeren, die nicht gemäſteten mehr Wolle haben würden. Bei längerer Zeit erſeßt der, wenn die Wolle nur erſt die Haut völlig bedeXt, üppigere Wuchs derſelben das Gewicht; jedoch wird ſie ſtets ſtärker, oder vielmehr aufgetriebener im Haare ſeyn, als die von den nicht gemäſteten.

Aus dieſer Erſcheinung habe ich mir folgende Hy- potheſe gebildet:

Durch den zu ſtarken Andrang der fetten Säfte werden vielleiht die Zwiebeldrüſen der Haut zum