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noc<h nicht ſo hoh ſhäßte, Denn um ſoviel ſtand ſie nicht mehr gegen die ſpaniſche zurü>, als die obige von Herrn Terneaur gegebene Vergleichung zeigt. Und dieſe Kernwolle war es auch, welche die öſterreichiſchen Schaf- züchter zur damaligen Zeit vorzugsweiſe zu erzeugen ſtrebten, und von welcher ſie erſt ablenkten, als die Nachfrage dar- nach immer geringer ward, wie ich weiter unten noch weit2 läufiger anführen werde.
Wenn ſich nun das Bedürfniß der feinen. Wolle in der frühern Zeit eben ſo nach den Foderungen der Mode, die mit der Civiliſation faſt ſtets gleichen Schritt gegangen iſt, richtete: ſo lag es in der Natur der Sache, daß die ſpaniſche vorzugsweiſe geſu<t war, weil ſie jenen Fo- derungen aufs beſte genügte, Wären aber auch iene ver- derblichen Kriege nicht eingetreten: ſo würden dennoch die ſpaniſchen Schafzüchter die betrübende Erfahrung gemacht haben, daß ihr Product von Jahr zu Jahr gegen das an- derer Länder zurü&gekommen ſeyn würde, weil dieſe ſich mehr nach dem Bedürfniſſe richteten, und mit der Zeit fortgingen.
E3 hat aber die ſpaniſchen Schafzüchter auch bie Art und Weiſe des Wollverkaufes in ihren Grundſäken irre ge- leitet, weil ſie nämlich von jeher die Wolle von ihren Scha- fen per Stü> verkauft haben, und höhere Preiſe erhielten, wenn die Thiere vollwollig, als wenn ſie armwollig waren,
Daher ließ man auch vorzugsweiſe alle etwas haarig ge-
bornen Lämmer zur Zucht gehen, weil die Erfahrung ge- lehrt hatte, daß dieſe in der Regel dichte Vließe bekamen. Eine gleich falſche Anſicht ſchien ſich noch vor kurzem


