Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
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ten Gang. Die Krippen ſind gemauert und ſehr tief und vben ziemlich breit:| Der Boden der Krippe iſt faſt auf gleichem Niveau mit dem Stande des Viehes. Die Ab- zugscanäle ſind gemauert und verde>t,- und es herrſcht auf dieſe Weiſe immer die größte TroFenheit und Rein- lichkeit im Stalle. Ueberhaupt gehören die ſämmtlichen hiefigen wirthſchafflichen Einrichtungen zu-denjenigen, wo es auch dem Tadel ſuchenden ſchwer werden dürfte, einen zu finden.;

Nächdem ich Sie nun mit der ſämmtlichen innern

Einrichtung der hieſigen Wirthſchäft bekannt gemacht habe, führe ich Sie auch auf die Aeer. Hr. v. Pr. fand bei ſeiner Uebernahme die Güter in der elendeſten Dreyfelderwirthſ<haft. Unter andern war Berendau in einem ſolchen Zuſtande, daß es bei einer landſchaftlichen Taxe unter Null zu ſtehen kam. Obgleich der hieſige Boden ſich zu Futterkräutern aller Art eignet, ſo hatte man deren, während die Güter unter geiſtlicher Herr- ſchaft ſtanden, nie oder doch von gar keiner Bedeutung gebaut.. Die Wieſen waren, wie ich Ihnen ſchon ge- ſagt habe, gänzlich verſumpft und brachten wenig und ölendes Gras. Daß unter ſol<en Umſtänden die Ae>ker ſehr außer Düngung waren, folgt von ſelbſt. Es wär alſo hier zunächſt die Aufgabe zu löſen, wie man dieſem Mangel auf die ſchnellſte und wirkſamſte Art abhelfen könnte. In den Fruchtwechſel überzugehen, hatte Hr. v. Prittwiß zwey abhaltende Urſachen. Die eine und wohl höchſt wichtige war die, daß bei dem Mangel an Dünger unmöglich der Fruchtwechfel in den erſten Jah- - xen ein ſehr genügendes Reſultat liefern konnte; da be- ſonver3 mit dieſem Mangel auch no< ſchlechte Kultur verbunden war. Die andere war die RüFſicht, daß ex

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