Acht und»dreyßigſter Brief.
Wenn man von Freiſtadt nördlich gegen Grünberg gehtz ſo fängt der dürftige Sandboden, der Ihnen aus der Gegend von Neuſälz und Wartenberg bekannt iſt, an, ziemlich ällgemein zu werden. Jedoch muß ich Ih= nen von.Jeßterem Orte ſagen, daß, wenn man die Län- dereien um dieſe Stadt näch denen, die man zutähſt un die Chauſſee ſieht, beurtheilt, man dieſen Unrecht thut: indem in nicht allzubedeutender Entfernung von dieſer Straße das Land ungleich fruchtbarer iſt, als in der Nähe derſelben. Eigentlich ſollten alle Straßen ſo ge- hen, daß ſie auf dem ſchlechteſten Lande lägen. Es würde freilich daraus für den Reiſenden weniger Anz muth, als für den Landbau Vortheil entſtehen.
Kommen wir nach Streydelwilß, ſo zeigt ſich be-, ſonders auf den Wieſen wieder der Eiſenſtein als Unter- lege, der aber als Raſen Erz nur wenig geſucht wird, qa nicht grade ſonderlichen Werth hat. I< fand hier (4821) eine große Menge weiße Aehren im Roggen, und ſchrieb dies dem unterliegenden Eiſenſteine zuz Üüberzeug- te mich jedoch ſpäter, da ich in andern Gegenden auch ohne dieſe Unterlage dieſelbe Erſcheinung fand, daß ich falſch geſchloſſen hatte. Dieſe weißen Aehren rührten von einem Inſect her, was ſich'in die Halmknoten fraß,. und dadurch die Circulation.der Säfte hemmte,.
Von der Aermlichfeit der hieſigen Bauern bekommt man ſchon einen anſchaulichen Begriff'aus ihren Gehöf- teu und aus ihrem Viehe. I traf einen auf dem Fels: de, der des Sonntags ſehr fleißig in ſeinen Kartoffeln ar- beitete. Mein freundliher Gruß und meine eben ſo freundliche Anrede flößte ihm bald Zutrauen ein, Ich


