wurde flach, Wenn nun Näſſe kam, ſo blieb vas Waſ- ſer darauf ſtehen, und das Getreide verſauerte.== Cs Jind alſo nicht die breiten Beete Schuld, entgegnete ich ihm, daß weniger wuchs 3; ſondern die ſchlechte Zuberei- tung dieſer Beete. Ja! das iſt wohl wahr! war die Antwort, aber unſer Boden iſt zu ſchwer und käßt das Waſſer zu wenig durc<: darum muß man dieſem ſo viel als'möglich Abzug zu verſchaffen ſuchen. Und dann ſind auch die ſchmalen runden Beete viel hübſcher, und es mat ſich alles beſſer darauf.
Hier zeigte ſich-denn neben ſonſt richtiger Beurthei- lung doc eine entſchiedene Anhänglichkeit an das Ge: wohnte und Hergebrachte, und es enthält das Beiſpiel, was er anführte, zugleich eine Warnung, wie behut» ſam man ſeyn müſſe, wenn man in eine unbekannte Ge» gend kommt, und man etwas gegen den alten Gebrau< einführen will.
In Sagan iſt einer der größten Getreidemärkte in der Provinz,-und der Handel geht von hier aus nach der Nieder* Lauſiß, auch etwas nac< der Mark Bran- denburg. I< traf grade einen ſol<en Markttag, und ſah da ein ſehr lebendiges und weitläuftiges Treiben und Handeln: Des Abends vorher kommt ein großer Theil des Getreides aus der Ferne an(man ſoll dies oft 8=- x 0 Meilen weit herbringen) und am frühen Morgen be- ginnt der Markt. Das Getreide wird in Säen aufge- ſtellt und nach preußiſchen Scheffeln verkauft.
Von Sagan herüber gegen Freiſtadt ſind die Fel- der überall mit Gebüſchen durchſchnitten. Der Boden iſt faſt derſelbe, wie zwiſchen Sprottau und Saganz auch ſah ich hier wie dort eine Menge Ziegen und einzel- ne Schaafe unter dez Viehheerden der Bauern weiden.


