Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
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die Gewohnheit, viel, beſonder3 über Winter oben auf- zudüngen. Meine Meinung hierüber habe ich Ihnen ſchon im gten Briefe mitgetheilt.

So wie es hinſichtlich des Nußens in ſeiner ganzen Wirthſchaft beſtellt iſt, ſo iſt es auch in Anſehung der Bequemlichkeit und Annehmlichkeit. Seine ſämmtli- <en Wirthſchaftsgebäude ſind aufs zwe>mäßigſte einge- richtet. Troß der undurchlaſſenden Unterlage und dem- ſelben Untergrunde ſeiner andern Ländereien fehlt es hier doch ſehr an Waſſer. Mit großer Mühe und Arbeit und mit vieler Kunſt hat er daher erſt neuerlich eine Waſſerlei- tung bis in ſeinen Wirthſc<haftshof geführt. Die Sache war deshalb ſehr ſchwierig, weil der Fall von der Quelle bis zum Hofe gänzlich fehlte und das Waſſer durch beſondere Maſchinerien, deren Beſchreibung nicht hieher gehört, erſt gehoben werden muß.

Da ich eben von Unterlage und Unkergrund des hieſigen Bodens geſprochen habe; ſo bemerke ich nur noch, daß die Gegend hier hüglicht, der Boden mithin ſehr wechſelnd iſt. Auf den Höhen liegt die AFerkrum- me ſehr ſeicht, und hie und da nicht 3 Zoll tief, Unter ihr iſt Sand und Kies, der mitunter von der dem AFer- boden am nachtheiligſten Beſchaffenheit, nämlich von braunrother Farbe iſt. In den Ebenen und Tiefen iſt die Unterlage geſchloſſen, meiſt aus Letten von allen Farben beſtehend. Dieſe Unterlage bildet auc) den Un- tergrund und liegt bis zu einer bedeutenden Tiefe, Hier2 aus iſt denn klar, daß die Bewirthſchaftung eines ſo ver- ſchiedenartigen Bodens gar nicht leicht iſt, und daß hier manche Aufgaben zu löſen ſind, an die man an unzähli- gen andern Orten gar nicht denkt. Roggen tragen die Höhen bei guter Kultur und Düngung ziemlich lohnend.