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Man muß jedoch wegen dergleichen Aufnahme auch nicht zu ſtreng ſeyn: denn es giebt der reiſenden Oekono- men ſo mancherlei, und es iſt nicht jedem gegeben, auf ven erſten Bli> zu ſehen, zu welcher Klaſſe der Reiſende gehdrt. Zur Ehre meiner Lanösleute, der Schleſier, muß ich aber hier öffentlich bekennen, daß ich von ihnen doch im Ganzen am beſten und humanſten aufgenommen ward. Denn weniger offen und herzlich war dieſe Aufs- nahme meiſtentheils in andern Provinzen,
7 Nach dieſer Digreſſion, die Sie mir hoffentlich ver-
zeihen werden, führe ich Sie von hier ſüdweſtlich. Wir kommen da auf die Güter des Herrn Baron von Noth- kirh. Hier wollte zu meinem größten Bedauern, mein Unſtern, daß ich dieſen als Landwirth und-beſonders als Scaafzühter ausgezeichneten Mann zweymal nicht zu Hauſe traf. I< kann Ihnen daher nur einiges Ober- flächliche von der Bewirthſchaftung dieſer Güter ſagen. Man hat auf denſelben Fruchtwechſelwirthſchaft, und die Scaafe werden großentheils den Sommer hindurch im Stalle gefüttert. Dieſe ſind von Herrn Wagner ſortirt und gehören zu den Heerden des erſten Ranges in der Provinz. Vielleicht bin ich fo glülich ſpäterhin durch eigene Anſicht dieſer intereſſanten Wirthſchaften in den Stand-geſeßt, Ihnen manches Belehrende von denſel- ben ſagen zu können.
Dreyßigſtex Brief,
Wenn ich Ihnen ſage, daß wir jeßt nach Schierau kommen z ſo iſt ohne Zweifel Ihre ganze Aufmerkſam- keit geſpannt. Die einfache und wahrt Erzählung al- le3 deſſen, was ich hier ſah und lernte, mag Ihnen als


