Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen

= 924==>

ten, gar nicht begreifen konnten, was für eine Grille es von mir wäre, ſo in der Welt herumzureiſen, und Sa- <en zu ſehen und zu unterfuchen, die man zuHauſe ja auch ſehen könnte. Sie ſchienen mich zu bemitleiden, daß ich mir unndthig ſo viel Mühe machte. Jedoch war dieſes Mitleid auch Veranlaſſung, daß ſie mir manches aus ihrem landwirthſc<haftlichen Verfahren mittheilten, um mich doch nicht ganz vergeblich reifen zu laſſen. Noc< ſchlimmer, war es freilich bei ſol<en, welche mich'mit mißtrauiſchen Augen anſahen, und Verdacht gegen mich hegten, So ging es mir in hieſiger Gegend, gar nicht weit von dem humanen von Raumer. Denn es fragte mid) ein Landwirth, deſfen Wirthſchaft zu fehen ich wünſchte, mit der Mine eines Polizey- Agenten, ob ich auch Päſſe hätte. Glülicher Weiſe konnte ich ihm diefe vorzeigen. Als ich mich aber auf einige feiner Bekann- ten beriefz ſo lehnte er die Durchſicht meines Reiſepäſſes huldreich ab, und bewies mir, da die Unterhaltung nach und nach auf landwirthſc<haftliche Gegenſtände kam, ziemliche Gaſtfreundſchaft. Jedoch behielt er ei xend die Mine des hohen Gönners bei.

Laſſen Sie Sich es nicht befremden, daß ich 60 vergleichen Begegniſſe ſo umſtändlich erzähle. Sie ſol- len blos dazu dienen, Ihnen zu fagen, daß man ſich bei einem dergleichen vorhabenden Zwee durch ſolche zurüE- ſtoßende Vorfälle nicht abſchre&en laſſen muß, ſeinen Zwe zu verfolgen.

Schlimmer no<, als mir, ging es dem Heren'

v. Raumer in den Niederlanden, wo er gern die Käſebe- reitung, die die dortigen Bauern als ein Geheimniß be- trachten, lernen wollte: denn da war er beinah gegen Thätlichkeiten nicht geſichert.|

LE | | 5