Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
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Heerdenbezählen; wie dies dieſes Jahr ſo ſchr der Fall war.; Ei=

- Was die hieſige Heerde aber ganz beſonders em- «pfiehlt, das iſt der große Wollreichthum bei einem hohen Feinheit8grade; Nicht die gute Fütterung allein iſt die Urſach dieſes Wollreichthumsſondern der Haupt<a-

rakter der Heerde hat entſchieden dieſe gute Eigenſchaft.

I< ſah hier Jährling8bö>e, die leicht über 5 Pfund ge- waſchene Wolle geben konnten, und dieſe auch wirklich bei der.Schur gegeben hatten, wie ich nachher von Käu- fern derſelben erfuhr. Ware aber noch etwas zu wün- ſchenz ſo wäre es»allenfalls dies, daß man die Böe lieber erſt mit zwey Jahren zum Verkaufe ſtellt z weil

x es alsdann für die Adminiſtration leichter und ſicherer

wäre, die Klaſſen genau zu beſtimmen, und weil auch beſonders für die Käufer eine weit größere Zuverläßigkeit bei ihrem Ankaufe hieraus entſtünde. Die dann zu groß werdende Menge der Stähre mag wohl allein Urſach ſeyn, daß man dies nicht thut.:

Die äußere Einrichtung dieſer Schäferei iſt<hſt zwedmäßig. Der Hof iſt durch eine Barriere in zwey Theile getheilt. Der eine Theil iſt die Schäferei, und der andere der übrige Wirthſchafthof. In erſterer iſt in der Mitte die Schaaftränke, die durch Nöhrwaſſer fort- während unterhalten wird. Die Scaafe kommen bei jedem Vorlegen des Futters heraus. Dadurch erreicht man einen doppelten Zweck: einmal, daß die Wolle beim Einlegen nicht verunreinigt wird ,/ und. zweytens ,/ daß die Schaafe nach ihrem Belieben zur Tränke gehen kön- nen, Die zum Verkaufe kommenden Thiere bleiben im Stalle, die übrige Heerde aber wird im Frühjahre auf die Wieſen und alsdann auf die Weideſchläge getrieben.