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keien vorgeſeßt hat, das iſt Ihnen aus den Problemen über höhere Schaafzu<ht vom Staatsrath Thaer im er- ſten Stü des ſiebenten Bandes der Möglinſchen Anna- len bekannt. Jede Schaafheeide kann aber, nah mei- ner Anſicht, nur dadurch zu einer innern Vollkommen- heit gelangen, wenn ſie ſich vorzüglich das Ziel ſte>t, eine reine und konſtante Race zu begründen, die aber auch unter ällen, dur< Dertlichkeit begründeten Umſtän-
' den muß rein erhalten, und zum höchſt möglichen Rein-
Erträge gebracht werden können. Daſſelbe Ziel können aber die genännten Stammſchäfereien nicht einzig und allein befolgen z vielmehr haben ſie ganz andere Neben-
Rüſichten zu nehmen, die bei Privatheerden ganz weg- fallen. Denn ſie ſollen in ſich das erzeugen, was zur Emporbringung der Schaafheerden, in einer ganzen Provinz frommt, und dieſen Zwe> müſſen ſie verfolgen; ſelbſt wenn ſie nach ihrer beſſern Ueberzeugung auf einem ändern Wege eine höhere Vollkommenheit in ſich ſelbſt und daraus hervorgehenden höhern Rein- Ertrag aud weit gewiſſer zu erreichen hoffen könnten.- Denn ich darf das, was än ſo vielen und ſo unzähligen Orten ſchon geſagt worden iſt', wohl nicht erſt wiederholen, daß zur ſchnelleſten Emporbringung der Schaafzuc<ht einer ganzen Provinz es nicht der ſicherſte Weg ſei, Einen reinen und vollkommen ächten Stamm von Merino's zu benüßen: Die Erfahrung hat es ja ſchon gar zu oft bewieſen, daß zwey Heerden, die mit gleicher Sorgfalt gehalten und aus Ein und demſelben Stamme veredelt, in den folgenden Generationen ſo abweichen, daß die ei- ne ihr Ziel erreichte, während die andere noch auf dem Halben Wege war. Die Urſäch davon lag nämlich in der Verſchiedenheit der Heerden bei dem Beginnen dev
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