Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

Ze 06 02

Herr Kunze weiß indeß dieſen verſchiedenartigen Boden ganz nac< Würden zu behandeln, und gewinnt, indem er jedem ſein Recht widerfahren läßt, alljährlich reichere. Erndten. Sein Aderſyſtem iſt, der Verſchie- denartigkeit der Ae>er wegen, nicht gleich. Wo es ihm am vortheilhafteſten dünkt, no< Dreyfelderwirthſc<haft zu treiben, da hat er dieſe dem Namen nach noch beibe-

halten, ob ſie es gleich in der That nicht mehr iſt, da er j

einen ſehr ausgedehnten Futterbau treibt, und mit die- ſem, bei dem dreyjährigen Umlaufe immer wieder wech- ſelt. Wo aber die Lage und die Güte des Bodens es

geſtattet/ da hat er regelmäßigen Fruchtwechſel, den er.

nach der Qualität der verſchiedenen AFerflächen bes ſtimmt. Sein Syſtem würde alſo zu den ſogenannten freien Wirthſchaften gehören.=- Ob er übrigens es verſtehe, eine ſolche auf das vortheilhafteſte zu führen, dafür mag der Befund ſeiner ganzen Wirthſchaft zeugen.

Die großen auf dem Hofe ſtehenden Strohhaufen zeugten von dem Ueberfluſſe dieſes Materials. Das Rindvieh war kräftig und aufs beſte genährt, die Schaaf- heerde lebte in einem faſt nachtheiligen Ueberfluſſe, und war ſo gut genährt, daß man ſie beinah gemäſtet nen- nen konnte. Indeß ſah ich doch hier den.Beweis ges führt, daß man die Schaafe wohl bis zu einem ſehr ho- hen Grade auc< mit großem Vortheile für die mehrere Wollerzeugung füttern könne, Denn dieſe hatten hier, ein ſo dichtes und reiches Vließ, daß man ſie im April leicht für einſchürig halten konnte, ob ſie gleich im Herbſte erſt.geſchoren waren; und ich hatte andere ge- ſehen, die als einſchürige zu derſelben Zeit nicht dieſen Woll-Reichthum hatten. I< konnte deshalb auch nicht im Geringſten an der Verſicherung des Herrn Kunze

--4 H

n === Bf mmmmaenntnüngg nn