Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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tigen, daß die Schaafe nur nach der Shwemme, um abzutro>nen einen kleinen Plas im Felde als Weide be: kommen, Übrigens aber bis zur Stoppelweide im Stalle gefüttert werden, daß mithin das ganze Feld, was nicht mit Getreide- Früchten bebaut wird, mit rothem«und wei- ßem Klee beſät iſt, Leßterer gedeiht hier vorzüglich gut und hilft die Heumaſſe noch vermehren, Herr Baron von Richthofen iſt der Meinung, daß, wenn der Weide- gang der Schaafe auch für die Qualität der Wolle vor- theilhafter ſeyn dürfte, derſelbe auf einem Boden, der den Werth wie der in hieſiger Gegend hat, dennoch pekuniär nicht vortheilhaft ſei, und daß es höher rentire, das Land auf alle Weiſe zu nußen, und die größtmögliche-Maſſe von Futter auf der möglichſt kleinen Fläche zu erbauen, welches er mit Recht bei Stallfutterung für viel leichter erreichbar hält, als bey'm Weidegange. Bei Aeern, die einen hohen Werth haben, und Überdies ſich zum Anbau von Viehfutter beſonders gut eignen; wird ihm wohl auch jeder rationelle Landwirth hierin unbedingt beipflichten.

Die S. 139. aufgeſtellte Meinung des Hrn; v. R. beruht auf einem Mißverſtändniß, und ſoll eigentlich fo dargeſtellt ſeyn, daß es den Belehrung ſuchenden Land- wirth weniger anſpricht und ihn mehr ermüden muß, in ſchlehten und unfruchtbaren Gegenden den Landbau ken- nen zu lernen; und daß eine große Geduld dazu gehöre das Gute und Belehrende auch hier aufzuſuchen.

Was endlich-die leßte Moinung betrifft, daß es ſchlimm ſei, daß unſre öfonomiſche Litteratur nur aus ſandigen und ſchlehten Gegenden gekommen ſei, ſo iſt dies ſo zu verſtehen, daß es manchen unglü>lich gemacht habe, der bekannt gemachte Verfahrungsarten, die auf ei- nem leichten und Überthätigen Boden höchſt vortheilhaft ſind, ohne alle Einſchränkung auf einem ſtrengen und unthätigen Boden angewandt habe." Es iſt dies daſſelbe, wovon jeder denkende Landwirth überzeugt iſt, daß näm- hd) etwas, was unter gewiſſen gegebenen Bedingniſſen das Vollkommenſte iſt, denno< höchſt unvollkommen und nachtheilig werden könne, wenn jene Bedingniſſe weg- fallen.