Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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alſv zu 600 rtlr, anz rechneten wir dävon die Steuer mit 170 rtlt, ab: ſo würde ſich der Werth deſſelben, zu 5 pro Cent das Kapital gerechnet, auf 8600 rtlt, beſtimmen; und dennoch würde man ein Gut wäs die gedächte Sumnie an jährlicher Steuer giebt, weit über 30,000 rtlr. kaufen. Man nimmt nun äber freilich, wenn man nach der Zrund- ſteuer den Werth eines Gutes bzurtheilen will, nicht den obigen Rein- Erträg änz ſondern rechnet ſich, wenn das Gut in vorzüglichem Stande iſt, gewöhnlich auf jeden Reichsthaler jährliche Steuern 250 rtlr. Kapitäl, was män dafür zahlen kann, Nach dieſem Maaßſtabe würde nun das als Beiſpiel angeführte Gut 42500 rtlr. folglich beinah fünfmal ſo viel werth ſeyn, als was der obige Steuer- Saß und der ihm zum Grunde genommene Rein- Er- trag beſagte,

Uebrigens ſind älle dergleichen Berechnungen wohl nur Nothhülfe für Unkundigez denn wer ſelbſt einen richtigen Bli> und hinlängliche praktiſche Kenntniſſe hat, wird wohl nur ſeiner eigenen richtigern Einſicht folgen.

Bei der allgemeinen Ueberſicht der Landwirthſchäft eis ner Provinz dürfen denn äuch wohl die Hinderniſſe, welche dem ſchnellern Fortſchreiten der Kultur im Wege ſtehen, nicht übergangen werden, Zum Theil habe ich Ihnen dieſelben wohl ſchon in den läſtigen Servituten, die da und dort ſtatt finden, angegeben; aber außer diefen ges hören hieher auch noch beſonders die Erſchwerung des Ab- ſatzes der Erzeugniſſe, Je leichter und vortheilhafter die- ſer Abſaß iſt, um ſo mehr Luſt und Reiß iſt für die Er- zeuger zur Bermehrüung und Vervollkommnung derſelben da. Erleichterung jenes Abſaßes tragen äber theils die Lage und Verhältniſſe einer Provinz zu den Nachbarſtaa- ten, theils ſchiffbare Flüſſe und gute Straßen bey, Ich

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