Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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ſten, und gegenſeitige Abneigung und immerwährendes Mißtrauen ſind überall da, wo dieſes Servitut ſtatt findet.

Doch es würde mich zu weit führen, wenn ich Ihnen alles Gehäßige, was eine ſolche Ordnung der Dinge mit ſich führt, aufzählen ſollte. Das wenige iſt ſc<on genug, um einzuſehen, daß das fernere Böſtehen derſelben dem Zeitgeiſte ſowohl, als dem raſchen Weitergehen des Land- baues, feindſelig entgegen ſteht, 5

Ein anderes ähnliches Servitut ſind die Spann- und Handdienſte. Da ſichJedoch dieſe leichter nach einem ge» wiſſen Geldwerthe beſtimmen laſſenz ſo iſt auch ihre Ab» löfung leichter, und ihr ferneres längeres Beſtehen um ſo weniger zu fürc<ten. Mit dieſen ſteht darkn auch die an vielen Orten noch übliche Gärtner- Mandel in Verbin» dung. Es iſt dies die Ablohnung der Dreſchgärtner in der Erndte durch einen beſtimmten Theil des geerndteten Ge» treides,"der meiſt den zehnten oder eilften Theil beträgt. Auch ihre Abſchaffung geht raſch von ſtatten, und in weni- gen Jahren werden wir dieſen Gebrauch nur noch dem Namen nach kennen. Weniger drü&end, ja, ich möchte ſagen, für beide Theile vortheilhaft, iſt die ſogenannte Hes be, d. i. ein Theil des ausgedroſchenen Getreides als Dre- ſcherlohn. Er beträgt an manchen Orten den 15ten, an

andern vom röten bis zum I8ten Scheffel des ausgedro«-.

ſchenen Getreides. Das Arbeitslohn gleicht ſich dadur< jederzeit ohne Weiteres mit dem Stande der Getreide preiſe aus,

Eben ſo kann man es als keine beſonders drü>endeLaſt für die Verpflichteten anſehen, daß ein großer Theil der Beſoldungen an die Geiſtlichkeit auf dem Lande in Natu- xalien, unter dem Namen des Pfarrzehnten, abgeliefert wird. Hier kommt beſonders dem Empfänger das zu ſtat- ten, daß er bei hohen Getreidepreiſen nicht gerade am