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Abſchaffung dieſes Servituts nur gewinnen können, Nun kann man ſich aber do<, nach allen Erfahrungen, das Vertrauen eines jeden, des Gebildeten ſowohl, wie des Ungebildeten, auf keine leichtere Art erwerben, als wenn man ihm einen Vortheil in der Nähe zeigt, zu deſſen Er- langung man ihm behülflich iſt. Man hat daher zur Ge- winnung dieſes Vertrauens die Partheien nur durch ver- ſtändige und ruhige Vorſtellungen auf den Standpunkt zu bringen, wo ſie die Sache aus dem rechten Geſichts- punkt betrachten; und das kann in dieſem Falle doch nicht ſo gar ſchwierig ſeyn.] Doch ich komme davon ab, Ihnen zu ſagen, von wel- <her Art dieſes Hutungs- Servitut iſt, und wie weit es ſich an vielen Orten erſtre>t. Gewöhnlich haben da, wo Dorf- Inſaſſen und Herr- „ſchaften an einem Orte ſind, lekßtere das Recht ihre Schaa- fe auf einem Theile der|AeFer der erſtern den Sommer hin- durch, meiſt, bis zur Erndte, und auf den Wieſen bis zu Georgi- Tag(den 23. April) weiden zu laſſen. Dagegen ſind dieſe wiederum berechtigt, einen Theil der herrſchaft- lihen Ae>er für ihr Vieh als Weideplaß zu benußen5z
oder wo dies nicht iſt, da haben ſie die Raine und Gra-,
benränder, auch'hie und da den Wald, zu begraſen. Wel- <e Unbequemlichfeiten und wie mancherlei Mißhelligkei- ten aus einem ſolchen Verhältniſſe entſtehen können, leuch- tet augenblilich ein. Daß aber der gegenſeitige Nußen bei weitem den Nachtheil nicht aufwiegt, iſt eben ſo bald zu ſehen. Die Hutungen führen gewöhnlich Beſchädigun- gen des an den Wegen, durch welche getrieben wird, oder in der|Nähe des Hutungsplages ſtehenden Getreides mit ſich, und die Gräſereien geben faſt immer zu einer Menge Feld- diebereien Veranlaſſung.+ Neben dem gegenſeitig zuge- fügten Schaden leidet dann dabei die Moralität am mei-


