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ven Bergen, und richten in der Nähe derſelben nicht ſelten Verheerungen an..
Im Durchſchnitt iſt ver Regenfall in Sclefien aber gewöhnlich bedeutender. als in den öſtlich und nördlich ge- legenen Provinzen. Deshalb gehört auch ein troFenes Jahr mehr als ein naſſes zu den geſegneten.
Als ein Zeichen des nahen Regens ſieht man es an, wenn die Schneekoppe(der höchſte Gipfel des Nieſenge2 birges) ſich in Wolken hüllt. Für die Bewohner der ent- fernteren Ebenen vertritt der Zobtenberg deren Stelle. Im Gegentheile hat man auch Hoffnung auf gutes Wet- ter, wenn dieſe beiden Berge ſich entſchleiern. Für ein Zeichen von dauernder guter Witterung halt man es aber, wenn ſie in einen weißlich blauen Dunſt gehüllt ſind. Der gemeine Landmann ſagt dann: ſie haben die Müller») jade an.'
Wenn das Nieſengebirge ſehr frühzeitig, und zwar vo<h vor Michaelis beſchneit: ſo hält man dies für ein untrügliches Zeichen auf einen lange dauernden Herbſt.
Zur allgemeinen Ueberſicht von Schleſien in landwirth» ſchaftlicher Beziehung führe ich Ihnen ferner die Vertheis lung des Grundeigenthums, oder die verſchiedenen Arten von ländlichen Beſikungen an.:
Der größte Theil der AFerkändereien iſt in Rittergüter 'oder Dominia vertheilt. Zu dieſen kann man auch 'die rittermäßigen Scholtiſeien rechnen, deren es hie und da, beſonders aber im Neiſſiſchen, giebt. Sie wurden höchſt wahrſcheinlich von den Biſchöfen mit den Privilegien der Rittergüter begabt, weil man dadurch ſeine Vaſallen zu vermehren gedachte. Einen nicht unbeträchtlichen Theil der Grundſtü>e faſſen die Königlichen Domänen in ſich. Es giebt wenig Dörfer, die keine Dominia haben, und blos aus Ruſtical- Veſißungen beſtehen. Auch die Käm«


