Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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14-06: 4a da liegen, Oaſen gleich, ſehr fruchtbare Flächen mittenin

'unfruchtbaren StreFen.

Ueber die Anſhwemmungen der eben angeführten Bo denarten iſt meine Meinung ohngefähr folgende:

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die lekten Flutungen, die unſerer Erde ihre jebige Oberfläche gaben,

'von Nordoſt kamen, und die Bodenarten von Schleſien 'bieten hiefür, wie mich dünkt, keinen gerdngen Beweis.

Denn die Hauptgebirge, welche Sc<lefien auf der einen

"Seite begränzen, ziehen ſich von Südoſt nach Nordweſt.

Durch dieſe Lage aber bildeten ſie gegen die aus Nordoſt

- ſtrömenden Fluten einen Damm. Der durch dieſelben her-

beigeführte Schlamm mußte ſich alſo in deven Nähe ab- ſeßen, und ſo entſtand der oben angeführte fruchtbare Land- ſtrich, Durch das Zurü>wogen und Ozscilliren der Ge- wäſſer ward höchſt wahrſcheinlich der faſt parallel mit den hohen Gebirgen laufende kleine Hügelzug am rechten Ufer der Oder gebildet. Dies iſt mir um ſo wahrſcheinlicher, da derſelbe meiſt aus Sand und Lehm beſteht. Von den Gebirgen weiter abwärts blieb nun der ſchwerere Sand zurüE, der faſt allenthalben in gleicher Entfernung von den Gebirgen anfängt. Ja ſo auffallend iſt das-Eindäm- men des Waſſers durch die Gebirge und die damit verbun- dene Abſezung des Schlammes, daß da wo dieſelben nie- driger ſind, auch die Güte des Bodens in ihrer Nähe ab- nimmt; wie man dies deutlich bei dem ſogenannten Mäh- riſchen Geſenke von Jägerndorf nac< Troppau zu und auch jenſeit der Oder zwiſchen LoSlau und Pleß

'wahrnehmen kann, welchen leßtern Orten gegenüber die

Karpathen erſt anfangen und noch nicht ſo hoh ſind. Auf der Ebene zwiſchen Strehlen, Ohlau und

Breslau hatte beim Abſtrömen das Waſſer höchſt wahr-

ſcheinlich, wegen der flachen Lage, zu wenig Abzug.'Es