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Leopold Friedrich Fredersdorffs ... praktisch-ökonomisch-juristische Anleitung zu Veranschlagung der Domänen- und anderer Landgüter nach allgemein anwendbaren Grundsätzen : nebst einem Anhange von den Erbpachten
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von dex Reviſion des Pachkanſchlags nach geendigter Bachtzeit, 429

S8. I5.

?an bat zwar gegkaubt, daß man dem Nachtheile, der aus beſtäns dig bleibenden Einkünften bey einer Erbpacht entſtebt, dadurch abhelfen wolle, daß man die Aszabe der Pacht auf Naturalien ſee. Es iſt wahr, auf dieſe Weiſe ann durch den Werth der Naturalien das Einkommen der erhöheten Nußung näher gebracht werden- Denn zum*Beyſpiel, der Vers kauf der in Natura zur Pacht gegebenen Früchte gewähret bey ſteigenden Preiſen derſeiben ein böheres Einfommen« Aber eben ſo wahr iſt es, daß ſie bey fallenden Preiſen ein geringeres geben, Sollte dieſes nun, wie es gewiß geichießet, auch in einem gewiſſen Zeitraume ein billiges mittleresy Einkommen gewähren: ſo iſt es doch auszemacht, daß es in jedem Jahre ein ungleiehes und alio ungewiſſes giebt. Folglich kann die Staats- Caſe nicht betändig auf eine veſte Einnahme rechnen, welches bey einem ordents lichen Etät doch nothwendig iſt, Dieſe Verfahrungsweiſe hat aber auch noch andere Nachtheile.

rt) In ſe nicht allgemein anwendbar, Denn Früchte aller Art in Körnern, Sheffeln und Schocken laſſen fich auf dieſe Weiſe wohl abgeben, aber mit der Übgabe von andern Nußungen, als Wieſen, Viehe und ders gleichen, die doch auch von Zeit zu Zeit ſteigen, iſt es nicht gut thunlich,

2) Well man die Naturalien ſelbſt nehmen: ſo entſteht daraus eine Berwaltung und ein Rechnungsweſen, welches Koſten und Gefahr ver» urſacht,

3) Soll der Pächter ſeine Pacht nach einer gewiſſen Menge der Na» euyrafien, die man zum Grunde der Pacht annimmt, zuns Beyſpiel nach zehen Wiſpel allerley Frucht nach den jedesmal gängigen Preiſen bezahlen: ſo iſt dieſes nicht allein fehr mißlich, weil man doch eine Zeit im Jahre, nach weicher der Preis beſtimmt werden ſolt, veſtſchen muß, und das iſt ſehr trüglich, ſondern es entſteßhet eben die nachtheilige Ungewißheit der Eins nahme daraus, die ſchon oden erwähnt iſt, Endlich

4) wird auch der Zweck bey dieſer Art beſchwerlichen Einrichtung nicht ganz erhalten werden. Denn dem Pächter werden die Hände ſchon zu ſehr gebunden, daß er nicht zu allen Zeiten den höchſten Nußen aus dem Grund- ſtücke ziepben kann, und alſo wird eins Haupt- Triebfeder ſeines Fleißes et- was abgeſpannt,

6. 16.