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Leopold Friedrich Fredersdorffs ... praktisch-ökonomisch-juristische Anleitung zu Veranschlagung der Domänen- und anderer Landgüter nach allgemein anwendbaren Grundsätzen : nebst einem Anhange von den Erbpachten
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430 Fünfter Abſchnitt 6. 16.

Eriväget man alſo alles genau: ſs wird man finden, daß eine nach richtigen Grundſäßen eingerichtete Zeitpacht immer vorzuziehen ſey. Nur eine Ausnahme kann ſtatt finden. Es iſt dieſe, jedoch ſeltene, Es kann ein Grundſtück von der Beſchaffenbeit ſeyn, daß es von Zeit zu Zeit einen ungewiſſen Koſtenaufwand, wodurch der Ertrag gemindert wird, erfordert, daß vielleicht ein beträchtlicher, der eine ſol<e Ausgabe verurſacht, die man als ein neues den Ertrag ſchwächendes Unlage- Capital anſehen kann, bevorſtehet; daß das Einkommen, zum Beyſpiel, eine Nahrung, nicht als eine unmittelbare Ergiebigkeit aus dem Grundſtücke, ſondern nur durch den mehrern eder mindern Fleiß des ſubjectiven Menſchen, oder gar durch den Betrieb anderer Neben» Geſchäfte, welches alles in einem Pacht» Anſchlage nicht zum Grunde einer Ertrags- Berechnung genomnien werden kann, ers folge; daß die Lage und Beſchaffenheit eines ſolchen Grundſtücks ſo ſey, daß man aufeine vermehrtere Nußung, als die jeßige iſt, aus keinem Gruns de rechnen kann; dann ſcheint es gerathen zu ſeyn, ſich durch deſſen Ueber- laſſung an einen Pächter für ſich und ſeine Erben ein gewiſſes Cinkommen zu ſichern, ſollte es auch dem zwar möglichen, aber mißlichen bößern

Sinkommen nicht völlig gleich ſeyn, welches doch nicht einmal zu berechs nen ſteht.

GS. 17. Jene ſeltenen Vorausſeßungen ſind ſo ſonderbar, daß fie der Erklähs rung durch ein Beyſpiel bedürfen. Es iſt aber kein erfundenes, ſondern ein ſich wirklich ereignetes B:yjpiel, und zwar folgendes:

Eine Mahl» Mühle, deren Pacht zu Ende iſt, iſt in einem ſehr baus fälligen Zuſtande, ſo, daß ſie, um ſie noch ſo zu erhalten, vieler Res paraturen bedarf, Aber auch durch dieſe kann ſie nicht lange mehr erhals ken, ſondern ſie muß neu gebauet werden, Der neue Bau wird 1200 Rbl. koſten, ein Capital, welches zu 4 Procent gerechnet, einen Veriuſt von 48 Rchl, Zinſen verurſacht, wenn es verbauet iſt, Die Pacht der Mühle ſey, welche ſie woe: ſo wird ſie um 48 Rthl. vermindert, Hiezu kommt nun noch, daß nach der Lage und Beſchaffenheit der Mühle, die nur aus einem Ort, deſſen Einwohner der Zahl nach nicht vermehret werden können, weil es ihnen an Nahrunz fehlt, gewiſſe Mahlgäſte bat, und die bey der vorhandenen Menge Waſſer nicht mehr beſtreiten kann. Aljo auch auf die folgende Zeit wird hieraus kein erhöhetes Einkommen entſtehen, ſondern

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