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Leopold Friedrich Fredersdorffs ... praktisch-ökonomisch-juristische Anleitung zu Veranschlagung der Domänen- und anderer Landgüter nach allgemein anwendbaren Grundsätzen : nebst einem Anhange von den Erbpachten
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24 Erſter Abſchnitt

auch der Pächter gleich den ganzen Gang der Unterſuchung kennen, und wird dadurch in Stand geſeßt, ſeine Leute zu lenken, daß ſie ihre Ausſagen

ſeinen Abſichten mehr gemäß einrichten. Denn obgleich die Leute mit einem.

Eide belegt werden, und der Regel nach nicht anzunehmen iſt, daß. jemand um des Intereſſe eines andern willen, das auf den Zeugen höchſtens nur einen entfernten und ſchwachen Einfluß haben kann, meineidig werden wolle: ſo iſt es doch andem, daß jemand einem andern durch künſtlich eingeleitete Unterredungen über gewiſſe Gegenſtände, Ideen geben-könne, die dieſer ohne weitere Unterſuchung für wahr hält, und dieſes um ſos mehr, da fie von jemand herkommen/ den er als Sachkundigen und Brodherrn ehret und achtet. Auf dieſe Art können falſche Ausſagen mit gutem Gewiſſen gethan werdet.-Es iſt alſo am vorſichtigſten, den Pächter zuleßt zu vers nehmen, wenn ſchon alle Materialien geſammilet ſind, oder ihm die erfor? derlichen Nachrichten ſchriftlich abzufordern, um ſie mit jenen Matetialien zu vergleichen, und ihn dann über die Berſchiedenheiten mit Augeinanders ſeßung der einzelnen Punkte zu vernehmen,

Q.: 32. Vor allen Dingen muß, ehe man an die Unterſuchung zu Verferti-

gung eines Anſchlags gehen kann, die Größe, Beſchaffenheit und der Ums;

fang aller in Pacht zu gebenden Stücke, ihre beſtimmte und ungezweifelte Richtigkeit haben. Sind alſv Ae>er, Wieſen, Gärten, Teiche und Aenger, oder auch überhaupt alle ſolche Pachtſtücke, deren Ertrag nach einer gewiſſen beſtitumten Größe berechnet werden muß, noch nicht vers meſſen: ſo muß dieſes no< geſchehen. Die Quantität des Viehes aller Arten, deſſen Ertrag nach einer gewiſſen Zahl berechnet werden muß, findet fich gewöhnlich bey der Unterſuchung ſelbſt erſt, oder beſtimmt ſich wohl gar erſt durch dieſelbe. Zum Beyſpiel des Rindviehes, der Schaafe und ſs weiter, welche gehalten werden können.

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Eine ſolche Vermeſſung muß durch einen beſonders beeidigten Felds meſſer geſchehen, Iſt er ein in Eid und Pflicht ſtehender Feldmeſſer, ſo iſt es nicht nöthig, ihn nochmals beſonders zu beeidigen. Er verrichtet die Meſſung auf ſeinen Dienſteid, Derſelbe muß zu dieſer Vermeſſung eine ordentliche Anweiſung und Juſtruction erhalten, Zu dem Ende muß dems ſelben ein vollſtändiges Verzeichniß aller zu meſſenden Stücke nach ihrer Lage zugeſtellet werden. Die Vermeſſung geſchiehet nach der gewöhnlichen Lans

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