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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
77
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Die Lehre vom Dünger,

Zwölfter Abſhntte,

Vom Kütrtisbrennen,

6. 135, Nun muß ich no<h ein Verfahren mitthei: never das ſen, wodurch in Livland ſehr oft der Boden fruchtbar Küttisbrennen gemacht wird, was gewiß für viele meiner Leſer neu der Livländer. ſeyn wird. Iſt es auch nicht überall mit Voriheil anzuwenden, ſv kann es doch in holzreichen Gegenden gewiß in vielen Fällen mit ſehr exrſprießlichem Nuven angewendet werden.

. Es iſt dieß Verfahren in Livland unter dem Namen Küka tis bekannt und wird ſowohl auf kahlen Dreeſchländereyen, als auch auf mit Strauch beſtanvenen Flächen, aber hauptſächlich wohl auf den ſogenannten Buſchländereyen, die oft dicht mit Strauch, mit Bäumen und kurzem Gras beſtanden ſind, auh ſelbſt mitten im Wald ausgeführt.

Geſchieht es mit Wald» oder mit Strauch beſtandenem Bo» den« ſo iſt das Verfahren folgendes: Die Bäume und dey Strauch werden abgehauen, das ſtärkere Holz in Scheite geſpal- ten und auch wohl der Strauch in Bündel gebunden-- dod) ſah ich auch, daß Letzteres nicht immer geſchah-- und dann alles zum TroXnen etwas in die Höhe geſtellt. Dann wird mit dem liv» ländiſchen, ſehr leichten, kurzen, einſpännigen Pfluge=- der viel Aehnlichkeit mit der bey Memel gewöhnlichen Sto>kute hat, der Bo» den zwiſchen den Stoppen ein oder zwey Mal gepflügt. Was ich ſah, ſchien alles nur ein Mal gepflügt zu ſeyn. Dieß Pflügen wiſchen Strauch- und Baumſtoppen und ihren Wurzeln macht ich wohl etwas ſchlecht und iſt nur mit einem ſolchen kurzen einſpännigen AFerinſtrument möglich, doch braucht es wohl auch, wie mir es ſcheint, nicht gar zu accurat ausgeführt zu werden z; es iſt nur darum zu thun, den größten Theil des Na- ſens, der Graswurzeln los zu bekommen. Iſt ſowohl der Strauch und das geſpaltene Holz, al8 auch der aufgepflügte Rafen u; ſ, w.