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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Bou der Poudrette, (267)

Urin und 45 Scheffeln Gyps in Kraft erhalten,=- Aber es iſi wohl zu erwarten, daß ohne eine dazwiſchen angewendete Miſt» düngung, dieſe Uratedüngung nicht gar zu oft wird wiederkehren vürfen 3; und iſt dieſe dabey nöthig, ſo möchte vielleicht dieſelbe Quantität Kalk oder Gyps für ſich allein alle 4 Jahre bey einer dazwiſchen angewandten Miſtdüngung ausgeſtreut, dieſelbe Wirkung hervorbringen, als dieſe Urate,=-

Sowohl Poudrette, als auch Urate, wurde größtentheils im tro>nen Zuſtande gebraucht, Für leichten Boden ſoll auf einen Morgen 3 Scheffel, für ſchweren Weizenboden 4 bis 5 Scheffel, für feuchten, ſtrengen Boden bis 7 Scheffel hinreichen, Doch iſt dieß nur für eine Frucht, und Klee ſol nach jedem Schnitt von neuem damit überſtreut werden.= Wenn die Sewächſe mit flüſſiger Poudrette begoſſen werden ſoll,-ſo rechnet man auf 4 Yfund Pulver 12 bis 14 Quart Waſſer.:

Herr von Hazzi empfiehlt, den Urin in eine waſſerdichte Grube zu ſchütten, dann zu demſelben, ſogleich neun Neal ſo- viel Waſſer und einige Hände voll ungelöſchten Kalk hinzu zu thun, wodurch man in einigen Tagen ven beſten flüſſigen Dünz ger erhalten ſoll.

Hermbſtädt theilt als Generalreſultat ſeiner mit der Poudrette und dem gemeinen Dünger angeſtellten vers gleichenden Verſuche Folgendes in dem Monatsblatte der Königl. preußiſ<en märkiſchen. ökonomiſchen Geſellſchaft zu Poßdam von 1827 mit:

1) daß die Poudrette durchaus einen trefflichen, auch hin» reichend wohlfeilen Stellvertreter des Stallmiſtes darbietet;

2) daß ihre günſtige Wirkung hingegen durch die Feuchtig- keit des Jahres im hohen Grade bedingt wird z;

3) daß ſie in tronen Jahren in ſandigem Boden viel feng leiſtet, als in fettem oder nur mäßig thonreichem

odenz

,

4) daß ſelbige für ſehr feſten Thonboden ganz vor: züglich qualificirt iſtz]

5) daß ſelbige ihres Gehalts an Kalk und Ammoniab wegen zugleich ein Belebungs» und Entwicklungsmittel für den im Boden ſich anhäufenden todten und ſauren Humus wird z

6) daß die neue mir organiſchen Mateiien(verſeßbt mit Torfmüll) beladene:"Poudrette, wie ſie jeht fabricirv wird, zugleich als ein. kraftvolles Auflo&>erungsmittel für fe ſten Thonboden angeſehen werden kann.:

Hermbſtädt ließ unter anderngemachten Verſuchen im Jahr 1822 2 Morgen Aer Land mit 20 Berliner Scheffeln Pouy» drette und 2 daneben liegende Morgen mit: 15 zweyſpännigen Fu» dern gewöhnlichem Dünger vorbereiten und jede einzelne Fläche mit 2 Scheffeln Staudenroggen beſäen. Die Halme der mit Poudrette gedüngten Fläche ſchritten den; der andern Fläche des deutend vor, und jene gad ein 5 Zoll längeres Stroh, als die

weyte.. Der Kornerrrag war um anderthalb orn grö» er, die Körner ſelbſt von guter geſunder Beſchaffenheit.

Herr Poſtmeiſter Becker theilt im Archiv der tentſchen Landwirthſchaft, Julyſtü> 1829, das Verfahren mit, welches ey anwendet, um fic) ein Düngpulver, was er Urate compozee nennt, zu verſchaffen. Ex läßt in die unterw APbtritre-angebrachie Grabe

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