Die Lehre vom Dünger.
Eilfter Abſchnitt.
Vom Erdefahren auf die Wieſen, oder das Wieſen- ! verjüngen.
6. 120. Jn mehreren Gegenden und zwar ebenfalls Das Gera im Herzogthum Altenburg, werden auch die Wieſen mit 7" DE EAEG Erde überfahren, Es kann damit eine Wieſe auf mehr- fältige Weiſe nachhaltig, in manchen Fällen für immer verbeſ: ſert werden,
Wieſen, welche von Dünger mit ſich führendem Waſſer we- der überſtauet, no< überſchwemmt werden, auch ſonſt nichts pflanzennährendes, als den Regen und Schnee, welcher auf ſie fallt„ erhielten, müſſen endlich, wenn alle Jahr ein oder zwey- mal Heu von ihnen geerndtet worden iſt, erſchöpft werden und einen immer geringern Ertrag geben. An die Stelle der früher vorhandenen beſſern Futtergewächſe kommt Moos hervor, und dieſes vermehrt fich von Jahr zu Jahr, ſo wie auch andere, we- nig und ſchlechte Thiernabrung gebende Gräſer und Kräuter.
Iſt die Lage ſolcher Wieſen ſo, daß ſie in Aer verwandelt werden können: ſo iſt wohl in den meiſten Fällen am beſten, ſie umzupflügen, ſie nöthigenfälls mit Gräben zu durchſchnei- den und ſie zu dem Ader zu ziehen,
Läßt ſich das aber nicht, mit Vortheil thun: ſo kann die Verbeſſerung dergleichen Wieſen vielleicht auf keine Weiſe leich ter und nachhaltige? bewertſtelligt werden, als durchs Ueberfah- ren hümmwsreicher Erde. Entbält dieſe auch etwas Kalk, ſo wird um ſo vollkommener ver Zweck. erreicht werden.
6. 121, Hierzu kann Teichſchlamm, Moder, gute Was am val? Walderde, Erde aus der Miſtſtätte, aus Srällen, aus"üeverfahren. Gräben, auch Compoſt u. drgl. mehr gebraucht werden. d. Wieſen iſt, Es iſt natürlich, bey der Wahl deſſen, was aufgefahren werden ſoll, die mehx oder mindere Entfernyng von der Wieſe, und die
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