Die Lehre vom Dünger,
Zehnter Abſchnitt.
Vom Gypſen und Erdefahren,
6: 107, Unter allen den ſogenannten künſtlichen Düngemit- teln wird wohl keines ſo häufig und mit ſo ſicherm und großem Erfolg angewendet, als der Gyps. Sachſen hat unſtreitig eis nen großen Theil ſeiner Wohlhabenheit mit dieſem Mineral zu verdanken; denn ohne ihn würde ſebr viel weniger Klee erbaut, ohne dieſen mehr erbauten Klee könnten weniger Schafe und Kühe gehalten, folglich weniger Wolle, Milch und Butter erzielt, weniger davon ins Augland verkauft, auch weniger Miſt pros ducirt und alſo auch weniger Getreide erbaut werden.
Am meiſten wirkt der Gyps als Ueberdüngung für den Klee, für die Erbſen und Widen 3; weniger unmittelbar auf den mit Getreide beſtellten Ae>Xern, und auch wenig, wenn er unterge: pflügt wird. s Eg
Der ungebrannte Gyps, wenigſtens der ſächſiſche, wirkt viel beſſer, als der gebrannte. Er wird entweder gleich als Mehlgyps, wie 3. B. bey Pößne> und Jena in Sachſen, oder als Steine, welche erſt geſtampft oder gemahlen werden müſſen, gefunden. Je feiner er zermalmt iſt, deſto mehr wirkt er, und um ſo dün- ner kann er ausgeſtreut werden. Der als Mehlgyps gefundene wirkt etwas geringer, und muß daher etwas dichter ausgeſtreut werden, als der zermalmte Steingyps.] 4
Man ſäet ihn gemeiniglich wie das Getreide mit der Hand aus dem Säetuch, und gewöhnlich ungefähr 1 Berliner Scheffel auf den Magdeburger Morgen, oft auch weniger. Man ſtreut ihn gern im Früdjahr dann erſt aus, wenn. ſchon der Klee einige Zoll gewachſen iſt, und ſieht es gern, wenn derſelbe einige
eit auf den Blättern liegen bleibt und nicht vom Regen abges pült wird, weil: man ſo eine beſſexe und ſchnellere Wirkung geſpürt haben will,


