Die Lehre vom Dünger.
Sehster Abſchnitt; Düngerproductions- Berechnung,
„9. 59. Wenn des Ländwirths Streben dahin gchen muß, ſich den Miſt auf den möglichſt wohlfeilſten Wege zu verſchaf: fen: ſo darf er für deſſen Production nur diejenigen Thiere wählen, die an und für ſich unter den gegebenen Verhältniſſen den höchſten Erträg geben, und dadurch ihr Futter, vielleicht auch ihre Streu, gut bezahlen. Iſt Letzteres der Fall, ſo wird der Miſt ganz umſonſt erzielt. Daher darf er auch nur ſo viel Arbeitsthiere halten, als er unumgänglich. nöthig hat; und muß durch richtige Zeit.- und Arbeitstheilung die Kräfte derſelben möglichſt zu benutzen verſtehen, damit er dädurch hinreichend ihr Futter und ihre Streu bezahlen, alſo ihren Miſt umſonſt geben, und damit um ſo mehr andere Nutthiere gehalten wer- den können. Wein diejenigen, welche. eine übermäßige Zahl . Zuchtthiere halten, dieß, damit entſchuldigen, indein ſie ſägen: „Es koſtet mir ja nichts, ii Sommer geht es auf die Weide; und bekommt höchſtens Klee oder Wickfutter, und im Winter befommt es nur Heu und Stroh, und es iſt doch hübſch, wenü ich mit einew Mal mit eiter großen Menge Pferde und Ochſen ins Feld ziehen kann u. ſ, w.,/“ ſd. beweiſt dieß weiter nichts; als daß dieſe Landwirthe ſich noch nicht die Mühe gaben, eine Berechnung anzuſtellen, wie theuer ihnen ihr Zugvieb ein Jahr hindurch zu ſtehen kommt, went ſie ihnen Weiden, Futter und Streuſtroh ſo hoch auſchlagen, als ſie es mit edleren Zucht: thieren benugen. könnten; und ſie würden dann auch finden, daß der von den Arbeitsthieren, deren Kräfte nicht gehvrig be- nußt werden, gewonnene Dünger ihnen theuer zu ſtehen kommt. 9. 60. Es iſt für unrichtig gefunden worden ,/ tach Berechtüng der Stü>zahl die Production des Miſtes„zu berechnen, gas. der indem es hauptſächlich darauf ankommt, wie viel ein= 92 Stü> als Futter bekommt, ob es reichlich oder knapp gefüttert wird, vb es viel oder wenig Streu bekommt, VI. 17


