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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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2. Abſchn. Geſchäfte im Monat Februar.

(439) den, wenn dieſe ihr Nachtfutter aufgenommen haben), und ver: bleiben die ganze Nacht bey ihnen. Jn der Früh vor dem Füt- tern werden ſolche aber wieder von den Müttern abgeſondert. Da ſich die Mütter ſowohl, als die Lämmer, Abends nach dem

Üttern und Unterlaſſen der Lämmer gewöhnlich) der Nachtruhe überlaſſen, ſo iſt während der Nacht das Wollfreſſen der Läm«- mer nicht ſo ſehr zu befürchten, indem ſie dieſe ſchädliche Ge- wohnheit hauptſächlich mehr bey Tage auszuüben pflegen,:

ZU dieſer theilweiſen Entziehung der Muttermilch gewöhnen ſich die Lämmer nach und nach ohne Nachtheil, und ſie dient zugleich zur Borbereitung einer allmähligen gänzlichen Abſpan- nung. In dieſer Abtheilung haben dieſe Thierchen, bey dieſer Behandlung, beyläufig 4 Wochen zu verbleiben, und werden während dieſer Zeit mit zwe>mäßigem Rauhfutter und Körnern folgendermaßen gefüttert 3; nämlich: 2

in der Früh, nach dem Abſcheiden von ihren Müttern, gebe

man ihnen ein Futter gutes Heu oder Linſenſtroh;;

um 10 Uhr Vormittags, nachdem ſie zuvor die Muttermilch genoſſen haben, Haferfutter mit etwas Weizenkleyen odex

Gerſtenſchrot vermengt;

Nachmittags um 2 Uhr, Klee, Heu oder gutes Grummet;z

Abends, entweder gutes Heu, Linſen- oder zartes Wickenſtroh.

Man ſehe aber jederzeit mit der größten Aufmerkſamkeit dar- auf, daß das Futter von der beſten Qualität und ja nicht ver- dorben iſt, indem hiedurch der Grund unausbleiblich zu Krank- heiten und größerer Sterblichkeit gelegt werden würde; insbe- ſondere aber, daß, wenn das Futter auf dem Schafſtallboden aufbewahrt iſt, den Lämmern und ſaugenden Mutterſchafen von der Bodenlage nichts verabreicht wird 3 wenn anders nicht durch die Bauart des Bodens ſelbſt, durch Einwölbung, Pflaſterung, Anſchüttung des Bodens, oder wie immer, das Futter gegen die aus dem Stalle aufſteigenden, ſich ſchnell demſeiben mittheilen- den ſchädlichen Dünſte geſchübt iſt. Das durch die aus'dem Schafſtalle aufſteigenden Dünſte durchdrungene, gewöhnlich ſtau- bige Futter iſt zwar allen Schafabtheilungen ſchädlich, und von dem nachtheiligſten Einfluß auf die Geſundheit; am meiſten aber unterliegen die Lämmer den ſchädlichen Einwirkungen dieſer gif- tigen Gaſe, welche ſie durch die Muttermilch mitgetheilt erhal- ten, und gehen in der Folge häufig durch die Ruhr und andere Krankheiten ein.

Da die Lämmer nun anfangen, große Neigung für Sälz 3u bezeugen, ſo kann man denſelben füglich ein um den andern Tag x Loth mit den unter 6. 39. angegebenen Medicaimnenten darreichen, Es iſt aber jederzeit rathſam, das Salzgeben den Lämmern ſo einzutheilen, daß ſie folches nicht unmittelbar vor vder nach dem Säugen, um einer Verſäuerung des Magens vor- zubeugen“, erhalten.

„Sich gerade bey der Beſtimmung der Lämmer in die Ab- theilungen ohne Nückſicht an vas Alter derſelben zu binden, iſt nicht immer rathſam; indem vorzüglich auch ihr Wachsthum und die körperliche Stärke hier mit zu entſcheiden haben. Schwäch: liche oder kränkliche Lämmer ſollen jederzeit vey den jüngern Abtheilungen ſo lange verbleiben, bis ſie ſich vermöge ihrer Stärke und Wachstihum in die höhern Abtheilungen qualtficiren

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