S; u<afzucht
dem Belegen der Mutterſchafe den
Zuchtwiddern oft zu viel zu- mutbhbet, und daß derley über ihr
Bermögen angeſtrengte Sprung-
ähre das unmöglich leiſten können, was zur Begründung ei: ner dauerhaften feſten Augbhildung des organiſchen Körpers er: forderlich iſt: denn wäre dieß nicht der Fall, ſo müßten ja dieſe Spätlingslämmer in eben dem Berhältniß ſchnell heranwachſen und ſich augbilden, wie die zu Anfange der Lammzeit gebornenz was doch nicht der Fall iſt. Diejenigen ſchaden ſich aber ſehr, welche ihre Sprungzeit aus dieſer Urſache auf eine mechamiſch- feſigeſehte Zeit von 4-- 5 Wochen gründen.. Die Erfahrung hat zwar ihre Nichtigkeit, daß ein über 4-5 Wochen zum Sprung verwendeter Bock zuletzt ſchwächlichere, für alle Unfälle empfind= lichere, ſich ſchwerer entwickelnde Lämmer erzeugt. Dieß 1ſt je- doh kein hinreichender Grund, den Schaden zu entſchuldigen, welchen man durch ſo viele bleibende gelte Schafe bey ſo furzer Sprungzeit erleidet. In dieſem Falle iſt es daher weit entſprechen: der, wenn man den Mutterſchafen nach 3 bis 4 Wochen ganz fri- ſche Widder zutheilen kann; wodurch die Urſache der Schwächlich- keit der Spätlingslämmer gehoben, und ſolche dann gewiß verhält- nißmäßig eben ſo freudig heranwachſen werden, als die zuerſt gebornen. Die Aufzucht der Spätlingslämmer vermehrt inl je- dem Falle die Arbeit, und man muß ihnen in der Regel im- mer mehr Aufmerkſamkeit ſchenken, als den früher gebornen, wenn ſie nicht verbutten ſollen. Aus dieſer Urſache werden die- ſelben in Schäfereyen, wo man auf den Lämmerverkauf rechnet, mehrentheils als Duttel- oder Fettlämmer an den Fleiſcher mit denjenigen verkauft, welche man wegen anderer Urſachen nicht zur Zucht behalten will.
Behandlung der zweyten Lämmerabtheilung.
6. 120. Die älteſte Lämmerabtheilung kommt nun, nach- dem“ ſie beyläufig ein Alter von 14 Tagen erreicht hat und das Freſſen vollkommen gewohnt iſt, in die zweyte Lämmerabtbei- zung. Diejenigen aus dem Junghaufen, welche zur erſten Läm- merabtheilung zweamäßig befunden werden, reihen ſich in dem Verhältniß nach und nach dabin ein, als ſie ſich nach ihrem Alter und nach ihrer Stärke dahin qualificiren. Uebrigens muß die Pflege und Fütterung des Junghaufens und der erſten Läm2- merabtheilung fortwährend ſo geſchehen, wie ſolches 6, 36 bis 39 angezeigt wurde.
In der zweyten Abtheilung werder die Lämmer in etwas längern Zwiſchenräumen von ihren Müttern getrennt, wodurch ſie: ſich mehr an die Aufnahme härterer Nahrung gewöhnen, und ihre Mütter dadurch auch zugleich geſchont werden. Die nun in einem vierwöchentlichen Alter ſich befindenden Lämmer werden in der Folge nicht öfter, als zweymal täglich, zu ih- ren Müttern gelaſſen, und zwar Vormittags um halb 10 Uhr und Abends jedesimal vor dem Füttern. Sie haben aber, um ihnen keine Gelegenheit und Zeit zu dem ſo ſchädlichen Zupfen und Freſſen der Wolle bey. ihren Müttern zu geben, nur höch- ſtens x Stunde bey denſelben zu verbleiben, wonach ſie wieder abgeſchieden werden müſſen. Zudem haben die Lämmer dieſer Abtheilung noch den Genuß der Muttermilch während der gan- zen Nacht(indem ſolche dann zu ihren Müttern gelaſſen wer-
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