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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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2. Abſchn. Geſchäfte im Monat Februar.

(487) man ſucht dieſe Umſtände ſo viel möglich nach den in 6, 25. bereits angegebenen Modalitäten zu benuten 3; wodurch man in8-= beſondere bey dem gelten Vich Futter erſparen kann. Dem gan- zen Vieh wird in dieſem Fall ein reichliches Früh- und Abend- futter verabreichet. Iſt man jedoch, wegen Futtermangei oder anderer Urſachen bemüſſiget, die Mürter der Frühlämmer und die trächtigen Schafe austreiben zu laſſen, ſv iſt denſelben vor dem Aus- und Eintreiben jedesmal vorzugsweiſe ein kräftiges Futter zu verabreichen, indem die Nahrung, welche ſie in dieſer TJahreszeit auf den Weiden finden, noh kraft= und gehaltlos iſt; demnach die Milcherzeugung bey den abgelammten Schafen nicht in dem gehörigen Maße und Güte, ſo wie auch bey den Trächtigen die Ausbildung des Lammes im Mutterleive beför:- dert werden könnte,)

Insbeſondere zeigt ſich aber in den Fällen, wo man nun austreiben kann, der große Nutzen der Reſerveweiden, wo hierauf vorgedacht, und ſolche vorhanden ſind. Jndem man ſie betrei- ben läßt, wird dem Vieh, bey dem nun ohnehin ſparſamen Weidegang, nicht allein eine ſehr zweckmäßige und gedeihliche Nah- rung zu Theil, ſondern es kann insbeſondere dadurch anſehn- lich Futter erſpart werden, und zwar zu einer Zeit,. wo dieſe Erſparung gewöhnlich am wünſchenswertheſten iſt.

Unter keiner Bedingung ſind die Schafe auf die Weide zu laſſen, wenn nicht der Schnee ganz geſchmolzen iſt, kein Schnee- waſſer mehr auf den Feldern ſtehet, die Weiden nicht ganz abge- trocknet und nicht verſchlämmt ſind. Die Nichtbeachtung dieſer Höchſt nöthigen Vorſicht kann oft den Grund zum Verderben ganzer Heerden legen,

Verrechnung und Caſtrirung der Lämmer.

6. 117. Das Zeichnen und die Einregiſtrirung der Lämmer G. 35), dann das Stußen der Schwänze und Caſtriren derſel- ben-- 6.41 und 42-- muß immer in dem Verhältniß ge- ſchehen, als ſolche in das Alter, worin ſie hiezu geeignet ſind, vorrücken.

Ferneres Verfahren in der Lammzeit.

6. 113. Obwohl bey der frühen Lämmerzucht die Abläm- merung der trächtigen Schafe ſich in. dieſem Monat gewöhnlich) endiget, ſo hat das Lammen derſelben doch noch nach Umſtän- den mehr oder weniger häufig Statt. Man nennt insbeſondere die letztern geborne Spätlingslämmmer. Daher ſind auch jezt noch alie gegebenen Vorſchriften bey der Lammzeit, nämlich Die zeitgemäße Behandlung der trächtigen und Lammſchafe, nebſt den nach und nach heranwachſenden Lämmern, na<h den 6, 27 bis 34, dann 36 bis 39, genau zu beobachten.

Spätlingslämmer. - 56.119. Wenn durch Mangel an Sprungwiddern oder ſchwäch- lichen Mutterſchafen die Sprungzeit verlängert worden 140.5: 10 fallen viele ſogenannte Spätlingslämmer. Iſt dieſe Ber- ſpätung wirklich aus dieſer Urſache eingetreten, dann iſt aller- dings das Vorurtheil, welches man gegen derley Lämmer hegt -- nämlich daß ſolche ſchwer aufzuziehen ſind und ſelten die volle Ausbildung der Erſtgebornen erreichen=- gegründet. Dieſe Bemerkung iſt wichtig und beweiſet offenbar, daß man bey

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