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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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Schafzucht. (472)

uoch nicht ſo kange zu rühmen das Glück hat-- daher hierüber, durch gewiſſe unumſtößliche Erfahrungen, die Beweiſe noch feh- len; mithin die bisher aufgeſtellten Theorien mehrerer Schriftſtels lex erſt durch dieſelben ihre Beſtätigung erhalten müſſen. Auch haben auf die hiezu nöthige Anzahl von mehrern oder wenigern Generationen unſtreitig das Clima, Lage, Nahrung, Pflege und Kunſt den UU Muebeun Einfluß, indem man unter unglnſtiz gen Verhältniſſen von dieſer Art zu der gewünſchten Conſdoli- dirung der Heerde wohl ſpäter, als unter günſtigern, gelangen wird. Im Allgemeinen dürften wohl wenigſtens 30 Generative» nen zur äußern und innern Ausbildung einer Raſſe erforderlich ſeyn, wenn bey der Paarung, durch reine Inzucht geleitet, das immerwährende Beſireben Statt hatte, ſtets nur das dem Jdeal am nächſten ſtehende mit möglichſt gleichem zu paaren.' Es iſt auch nicht in Abrede zu ſtellen, daß die Erhebung einer Heerde

' von urſprünglich verſchiedenartigem Blute zu einer neuen Raſſe

auch in dem Verhältniſſe mehr Generationen erfodern muß, als die urſprünglichen Beſtandtheile einer zu dieſem Zwecke beſtimm- fen Heerde, in ſich, von mehr heterogenerm oder mehr homogez- nerm Blute zuſammengeſezt war; was beſonders in den erſtern Generationen auf die mehr oder weniger ſchnellere Annäherung zu einer innigern Verwandtſchaft großen Eiafluß nimmt: denn 32: heterogener das Blut derjenigen Individuen anfänglich iſt, aus welchen in der Folge eine conſtante Raſſe erſchaffen werden ſoll, deſto mehr Generationen ſind hiezu erfoderlich.

Spaniſche Schafraſſen.

| 9. 49. So weit, als uns jett die Verbreitung und die Eis:

genſchaften der Schafe bekannt ſind, können wir drey Stamm- raſſen annehmen, als: die fettſchw anzige, die kurze ſchwänzige und die langſchwänzige. Anm. Wenn das wilde Schaf, das Argali und Muflon, nur - mit einem kurzen, fegelförmig geſialteten Schwanze verſe: ben iſt, ſo iſt der Uebergang zum langſchwänzigen und fett» ſchwänzigen zahmen Schafe leichtlich zu vermuthen und dieſer ſelbſt zu finden, Wir ſehen Überhaupt, ſagt Pallas, wie gewiſſe Theile des thieriſchen Körpers, beſonders diejenigen, wo der Umlauf des Blutes langſamer iſt, die Fetterzeugung am meiſten begünſtigen. Eben deßwegen ſammelt ſich bey den meiſten Thieren um die Nieren, dem Gekröſe und Netze, wv die Puls- und Blutader ſich zu rechten Winkeln abthei- len und noch durch den Gemeinſchaftsbogen den Trieb des Blutes mindern, das allermeiſte Fett. Eben dieſes gilt in Betrachtung des Halſes und der Gegend unter den Achſeln 3 auch legt ſich wegen dieſes langſamen Kreislaufes das Fett bey allen Thieren gegen den Hintertheil und den Schwanz hin am häufigſten an. Bey. allen Schafen ſammelt ſich das Fett vorzüglich in der Gegend des Steißes und der Nieren, mit dem Unterſchiede, daß um die Nieren und im Unterleibe Talg, am Schwanze aber-- beſonders bey den Fettſchwän- zigen=- weicheres, flüſſigeres und der Butter faſt ähnliches Fett erzeugt, wird, welches an und für ſich nur zum- <engebrauch und Lederſchmieren gebraucht werden kann,

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