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2. Abſchn. Schafraſſeu. (474)
Auch das urſprüngliche Geſchlecht von ſämmtlichen Schaf- raſſen muß in dem wilden Zuſtande dieſer Thierart, aus welz- <hem es zuerſt durch die menſchliche Vernunft cultivirt wurde, aufgeſucht werden 3 und es unterliegt keinem Zweifel, daß das Muflon, wie 9. 10. erwieſen wurde,-- das Urſtammthier deſ- ſelben iſt. Wie ſehr jedoch Clima, Nahrung und Localverhält= niſſe ihren Einfluß üben, wird ſelbſt bey dem wilden Schafe -- dem Muſlon= bemerklich, indem das ſibiriſche Argali z. B. ſchr ſtark iſt, und beynah die Größe des Nennthiers erreicht, während daſſelbe in Perſien ſchon weniger groß und nur der Boc> gehörnt iſt. Aehnliche Abweichungen findet man auf den Inſeln des mittelländiſchen Meeres und in Griechenland. Hatte der Zufall einmal eine Abänderung bewirkt, und die Urſachen, als Clima, Weide und Behandlung, dauerten fort, ſo mußte -- wurde der Uebergang auch fortwährend unterſtüßt-- der Un terſchied nach und nach noch größer werden. Auf dieſem Wege wurde wieder ver Grund zu neuen Verſchiedenbeiten gelegt, und die ſpecielle Abänderung unterſtüßt.
Von den vielen Varietäten, welche aus den Einwirkungen oben berührter Umſtände hervorgebracht worden ſind, können bey den Schafen jedoch nur diejenige in die Zahl der Raſſen aufges- nommen werden, welche nicht nur durch ihr äußeres Anſehen und Übrigen Eigenthümlichkeiten, ſondern auch durch beſondere Organiſation des Körpers(3. B. eigene Verhältniſſe der Glied- maßen, der Phyſiognomie, Charakter der Wolle, Temperament U. ſ. Ww.) auffallend von andern Raſſen ſich auszeichnen, und dieſe durch beſtändige Paarungen von Gleichem mit Gleichem conſolidirte Eigenheiten mit aller Sicherheit, in einer langen Reihe von Generationen, fortgeerbt haben 3; daher Xeinen Grund zu einer Vermuthung Raum geben dürfen, daß ſolche etwa durch eintretende Nückſchläge oder unconſtante Erſcheinungen, Uf I abſichtlich, durch heterogenes Blut vermiſcht wor- en ſind.
Wenn auch Clima, Nahrung und Behandlung, ſowohl auf Naſſe, als auch auf Wolle und körperliche Ausbildung influiren, ſo wird doch eine reingehaltene Raſſe, ſelbſt unter widrigen Um-= ſtänden, ihre Grundformen und innern Typus nie ganz veränz dern. Eine feſte und rein gebildete Naſſe iſt daher in ſich gleich- ſam als ein Urbild zu betrachten, indem ſie ſich bey richtiger Behandlung nie mehr von den ihr angeerbten Formen und Ei- genſchaften entfernt, und der reine Zeugungsſtoff das Urbild der Stammältern mit allen ihren Eigenſchaften und Eigenthüm- lichfeiten enthält und aufbewahrt. Sollte aud) eine reine un- vermiſchte Raſſe durch Einwirkungen widriger Umſtände äußer= lich gelitten haben, ſo wird ſolche, in die ihr zuſagenden Ver: hältniſſe zurückverſetzt, immer wieder ihren früher gehabten Chavaktex nach und nach annehmen, wenn anders keine Ver- miſchungen mit andern Raſſen Statt gehabt hatten, dieſe alſv nicht verpaaret und ihr Zeugungsſtoff rein erhalten worden it:
- Wie lange Zeit und wie viele Generationen zur Begründung einer conſtanten Naſſe erforderlich ſeyn mögen= daß nämlich in der Folge keine Rückſchläge mehr Statt finden können=- läßt ſich um ſv weniger genau beſtimmen, als die. Schafzucht zu ei- zem. Wiſſenſchaftlichen Gegenſtand erhoben worden zu ſeyn, fich
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