„Schafzucht,
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; Waiſenlämmer.< ZELEgEN 4%. 37. Es ereignet ſich auch, daß ein trächtiges Schäf Theils wegen organiſcher Fehler, theils von Krantheiten erzeug: ter Schwäche ſein Lamm nicht gebären kann, wodurch der Tod der Mutter zuweilen unvermeidlich wird. In dieſem Falle pflegt man, wenn keine andern Hülfsmittel mehr anwendbar gefunden werden, als das einzige Mittel, um wenigſtens das Lamm beym Leben zu erhalten, den Kaiſerſchnitt anzuwenden z; welche Ope- vation leicht zu bewerkſtelligen iſt, indem dabey auf das Leben der Mutter feine Rückſicht genommen wird, und mit ihrein Tode das Leben des Lammes oft erhalten werden kann.
Theils durch ſolche Fälle, theils dadurch, daß manche Mütz? ter entweder wegen in frühern Jahren gehabter Enterverhärtun- Gen, vder zugewachſener, oft bey der Schur beſchädigter Euter- ſtriche, oder Kränklichkeiten zum Säugen ihrer Lämmer untaug- lich geworden ſind, oder auch, daß von manchen die Mütter zu- fällig krepirten, werden Waiſenlämmer erzeugt 3 welche mit der großten Aufmerkſamkeit behandelt werden müſſen, wenn ſie nicht zu Grunde gehen ſollen. Mütter. mit derley örtlichen Fehlern werden zwar in der Regel ausgebrakt.; bey hodhedt!n Schäfereyen aber, wo man auf jedes Stück hohen Werth ſetzt, unterzieht man ſich lieber in ſolch einzelnen Fällen einer mühſamern Pflege des Lammes, als daß man die Mutter dem Fleiſcher giebt.
Sind Säugerinnen vorhanden(und bey jeder guten Schäfe- rey muß man beſondere Schafe von minderem Werty für dieſen Zweck unterhalten), ſo werden derley verwaiſie Lämmer verſeßt, Das heißt, mit ſolchen in einen Kauſtall ſo lange eingeſperrt, bis ſie ſich zur Annahme des Lammes bequemt haben, Es iſt aber jederzeit darauf zu ſehen, daß man dem Lamme eine Mutter giebt, welche im Verhältniß des Alters des Lammes keine zu alte, ſubſtantivſe Milch hat.
Abſonderung der Lämmer von ihren Müttern.
6. 38. Sind die Lämmer einmal acht Tage alt, dann tritt der Zeitpunct ein, wo ſolche von ihren Müttern abgeſondert und anfänglich nur ſtundenlang von ihnen entfernt werden. Daher werden die Lämmer bey der täglich viermal Statt habenden Füt- terung ihrer Mütter jedesmal von ſolchen abgeſchieden und den- ſelben in einer eigenen Stallabtheilung zwe>mäßiges Futter zum Freſſen vorgelegt, an welches ſie ſich ſchon nach einigen Tagen gewöhnen. Durch dieſe Separirung ergiebt ſich. der Vortyeit, daß nicht allein die Lämmer ſich nebſt der Mil) mittelſt des an- gemeſſenen Futters ſehr gut nähren können, ſondern auch, daß ſie dieſe in regelmäßig Zeit und Portionen. empfan: gen, welches ihr Gedeihen ſehr befördert, Zugleich werden die Lammer verhindert,- ihrer Gewohnheit gemäß ihre Mütter beym STreſſen zu beunruhigen, und ihnen einen, Theil ihres Futters durch Zertreten und Verunreinigen widerwärtig zu machen. ZuU- dem gewöhnen ſich die Lämmer nur:zu ſehr das Wollfreſſen an,' wenn man ihre Abſonderung von den Müttern in dieſem einge- ſverrten Zwangzuſtande lange verſchiebt; wodurch ſich in dem Magen Wollkugeln. bilden, die nicht verdaut werden können, daher den Magen beläſtigen, und nur zu oft den Keim zu ih- rem frühen Tode legen,
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