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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
Entstehung
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4, Abſ<n., Geſchäfte im Januar, (539

weilen benupen, die Lämmer zur De>kung unredlicher Abſichten

zu unterſchlagen, und die Mütter in der Folge als Gelte aus- zugeben. Derley Betrügereyen geſchehen auch häufig dadurch, daß die Schafleute im Geheim Jährlinge belegen laſſen, um die abgehenden Lämmer damit zu de>en. Die öftere genaue Beſich- tigung der Heerden iſt daber zu dieſer Zeit höch nothwendig, ſo wie auch die ablammenden Individuen in Vergleich mit dem Sprungregiſter zu bringen. So darf auch die genaue Unterſu- 08 der gelt angegebenen Schafe nicht außer Acht gelaſſen werden.

Das Zeichnen der Lämmer geſchieht gleich nach der Geburt am gewöhnlichjten dadurch, daß man dem Schafe und dem Lamme, mittelſt einer Miſchung von warm gemachtem Pech, et- was Unſchlitt und Ruß, auf die Köpfe ganz gleiche Zeichen(oder noch beſſer mit Theer, Pech und etwas Ofenruß vermiſcht) macht, welche den Zwe> haben, die Lämmer zu ihren Müttern genau zu erkennen, um ihnen in nöthigen Fällen Unterſtüzung leiſten zu können, Neuere Erfahrungen haben aber bewieſen, wie nacy- theilig die Bezeichnung mittelſt dieſes heiß gemachten Pechs auf den noch ganz weichen Kopf des oft erſt einige Stunden gebor- nen Lammes wirkt. Es8 iſt nur zu wahrſcheinlich, daß dieſe für ein ſo junges Thier höchſt peinliche Operation, wenn auch nicht allgemein, doch ſehr häufig, als eine zufällige Grundurſache der Drehe angeſehen werden kann; was bey denjenigen Schäfereyen bereits. ſattſam bewieſen wurde, wo man von dieſer barbariſchen Manipulation abgegangen iſt, und eine offenbare Verminderung der Drehkrankheit dadurch bewirkt wurde,

Man bezeichne daher viel beſſer und entſprechender die Läm- mer und deren Mütter mittelſt oben erwähnter Pechfarbe und

Zz Zoll großen gleichlautenden Nummern auf den Seiten, wel: <es ihnen gar keine Schmerzen yerurſacht, und doch ganz dem Zweck entſpricht,/

Ueberſetzung der Lämmer in den Junghaufen,

9. 36, Sind die bereits gezeichneten und in Rechnungs- empfang genommenen Lämmer 24- 48 Stunden in der Kaue 31 00804 und man hat ſich überzeugt, daß die Mütter ihre ämmer vollkommen angenommen haben, auch die Lämmer ge- ſchit und kräfrig ſind, allein zu ſaufen: ſo werden ſolche mit ihren Müttern in den Junghaufen überſetzt,

Der Junghaufen iſt die erſte Abtheilung, worin die Schafe mit ihren Lämmern bis beyläufig in ein achttägiges Alter der leztern beſtändig bey einander bleiben, und dabey immer unter einer ſehr genauen Aufſicht ſtehen, ob nicht etwa ein Lamm von ſeiner Mutter vernachläſſigt wird. Sollte dieſer Fall eintreten 2 ſo muß dieſelbe mit ihrem Laimme wieder in die Kaue gehoben werden, und ſv lange darin bleiben, bis ſie ſolches vollſtändig angenommen hat, welches aber, wo kein Mangel an Futter und ordentlicher Pflege iſt, in der Regel kein häufiger Fall iſt, Das beſtändige Beyſammenſeyn der Mütter mit ihren Lämmern im Junghaufen iſt letztern anfänglich um ſo nöthiger, als ſolche in den erſten acht Tagen ihres Lebens kaum zu freſſen anfangen, und es ihnen daher zu ihrer Entwickelung Bedürfniß ijt, anz fänglich nur wenig, aber öfter bey ihren Müttern zu ſaufen,

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