Tage zuvor zerrieben hat, vornehmen kann. Im Ganzen genommen verfährt man dabei eben 50, wie bei dem Auspressen des Pflaumenbreies, nur mit dem ÜUnterschiede, daſs man die zerriebenen Möhren nur einmal auszupressen nöthig hat. Sie enthalten nämlich weniger Schleim als die Pflau= men und entlassen ihren Saft Sehr leicht, 80 daſs man mit einmaligem Pressen den Saft hinlänglich herausbringt. Der Saft pflegt ziemlich dünnflüssig, gelbröthlich and von Sülsem Geschmack zu Seyn. In der Regel beträgt die Quantität des Saſfts aus einem Scheffel 12 Berl: Quart.| Ohne Zweifel würde man"etwas mehr Syrup gewinnen, wenn man die nun“ zurückbleibende gelbe Faser(wie ich es bei den Pflaumen angegeben habe) mit Wasser auswaschen, und noch einmal durchpres- zen wollte; ich zweifle aber daran, daſs dieses Verfahren vortheilhaft wäre, denn einmal wird dadurch die Arbeit bedeutend vermehrt, und zweitens“ erbält man weit mehr Flüssigkeit, muſs den Saft längere Zeit Sieden lassen, und bedarf dazu einer größern Quantität Feuerung. Ich hab& daher die zurückbleibende Faser dem Rind- vieh verfüttern lassen, welches Sie Sehr gern friſst und dem Sie ein gutes Nahrungsmittel liefert, da es bekannt ist, daſs die Faser der Wurzelgewächse grölstentheils aus erhärtetem Schleim(mit etwas Eiweiß) besteht, welcher Sich nur durch Sieden mit Wasser auflögen läſst, von dem thierischen
Magen aber Sehr gut aufgelöst wird.


