Druckschrift 
Practische Anleitung zur Fabrikation eines sehr wohlfeilen und wohlschmeckenden Zuckersyrops aus Pflaumen und Möhren / von G. E. W. Crome
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen

I2

der äpfelsaure Kalk und der Eiweilsstoff zusam- men, und es entsteht eine grolse Menge einer krümlich Kkäseartigen Masse, welche Sich nachher nur mit Mühe und langes Absetzen von der oben- Stehenden Flüssigkeit trennen läßt.

Das Zuschütten der gepulverten Kreide muls nur unter kleinen Portionen, bei gelindem Feuer, und unter beständigen Umrühren geschehen, denn es entwickelt Sich hierbei eine bedeutende Menge kohlensaures Gas, welches, bei unvorsichtiger Behandlung, leicht ein Uebersteigen der ganzen Masse bewirken kann. Auch muſs man immer erst eine Weile warten, wenn man Kreide hinzu- geschüttet hat, ehe man wieder eine neue Por- tion hineinträgt, damit Sich die hineingetragene Quantität gehörig Sättigen könne.

Die Quantität der zum Sättigen erforderlichen Kreide läſst Sich nicht genau bestimmen, weil es yon der Beschaffenheit der Reife der Pflaumen abhängt, wie viel man gebraucht. Bei ganz ge- reiften Pflaumen hat man natürlich nicht 50 viel nöthig, als bei den noch nicht völlig rei- fen. Ich habe im Durchschnitte gefunden, dals 1 Pfund Kreide hinlänglich war, um den Saft von 1 Berl. Scheffel Pflaumen zu entsäuren. Das Lakmuspapier, oder eine genaue Aufmerksamkeit auf das Aufbrausen, giebt hier den besten Maals- Stab; wird das erstere nicht mehr geröthet, und hört das letztere beim Zuschütten der Kreide auf, 'S0 Iist dieses ein Zeichen, daſs die Sättigung vol- Jendet Sey. Uebrigens wird man immer besser thun, lieber etwas zu viel, als zu wenig Kreide zu nehmen; denn die überflüssig zugesetzte fällt