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der beſonders verwendeten künſtlichen*) Culturmittel und auf die beſondere Kunſtverſtänvigkeit und“ Einſicht(Intelligenz) des Beſitzers kommt, kann man nicht umhin zu der Ueberzeu- gung zu gelangen, daß die An?prüche, die an den Ertrag des Bodens gemacht werden, und die gleichſam als gezogene Wech- ſelbriefe auf demſelben erſcheinen, von der Art ſind, daß ſie ſehr häufig jedes Aufſteigen zu einem verbeſſerten Betriebe; jede Be- nuthung größerer Geld- und Arbeitscapitale/ endlich jedes Erhe» ben zu beſſexer Einſicht, und alſo vermehrter Intelligenz und. dez ren Application verhindern und ſogar gänzlich abſchneiden, Dieß erklärt ſich dadurch näher,»daß ſowohl das gewöhnliche Abga- benweſen, es beſtehe nun unter welchen Namen es wolle, eine ſtehende Größe iſt, die in höchſt ſeltenen Fällen eine Minderung erleidet, im Gegentheil bisher faſt überall noh geſtiegen iſt und ferner ſteigen kann, als auch die außerordentlichen Abgaben des Gemeinweſens, der Steigerung unterworfen ſind, während jenes Maximum des Ertrages ſich ſeiner Natur nach, und wie ſich von ſelbſt verſteht, leicht in ein Medium und Minimum verz wande!n kann.
Die auf den' Grund und Boden gelegten Abgaben ſind in der Regel nach gewiſſen Quoten vom reinen Ertrage beſtimmt z. B. T,E,% oder 20, 29,835 Procent, und es kommt alles darauf an, wie dieſer reine Ertrag berechnet worden iſtz da die mehr- ſten Veranſchlagungen der Axt ſchon aus ältern Zeiten herrüh- ren, ſo hat man gewöhnlich die Dreyfelderwirtbſchaft dabey zum Grunde gelegt, und Wieſen, Weide und Viehſtände noch beſon- ders angeſchlagen 3 hiernach findet man denn gewöhnlich nur ſehr geringe Erträge vom Acer, weil urſprüglich nur zwey Felder zum Anſchlag kamen und das dritte, das Brachfeld, weggelaſſen wurde, dieß wurde indeſſen dadurch gewiſſermaßen wieder einge bracht, daß man, außer dem Ertrage von Wieſen und Aeern, auch noch das Vieh ſelbſt zur Steuer in Anſaß brachte. In ſo fern Steueranſhläge der Art nach den Erträgen und den Durch: ſchnittspreiſen früherer Zeiten angelegt find, ſtimmen ſie in der Regel mit den jebigen nicht mehr überein, ſondern ſind bedeu- tend niedriger, wogegen die Steueranſchläge neuerer Zeit wieder auf andern Principien beruhen, die, wenn ſie auch nicht höhere Ertragsſäße nach ſich ziehen, doch noch viel weniger, als die öl: tern der Natur der- Sache entſprechen, häufig aber die Steuer= ſäte auf eine nicht zu rechtfertigende Art erhöhen.
Die ältern Grundſteuerverorvnungen geſtatteten7niemals eine Specialabſchäzung einzelner Bodenarten, ſondern machten die Schätzung nach Maßgabe des Jübegriffs der Beſivung, weil es allervings von Bedeutung-iſt, aus welchen Einzelheiten eine Beſipung beſteht**). Das neuere Cataſterweſen ſchäßt ſpeciell nach den Bodenclaſſen und Erträgen," wobey gewöhnlich die Hauptmomente ver Schätung überſehen werden.,. und manchem Grundſtücke eine Productionsfähigkeit beygelegt wird, die es von arndt
+) Ueber die Ginwirkung der nat <en Compleyu, iſt in dieſem Wer
+.) Hierüber iſt das Nöthiqe im aten Theile dieſes Werkes, S. 638 und f. beygebracht worden.
arlichen Culturmittel in einem ländli/ fe ſchon ſehr oft gehandelt worden. unter“ anderua


