Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
276
Einzelbild herunterladen

976 Oekonomie,, 6. Abſchn,

(6386)

edenkt, und Niemand kann die Zahl der friedlichen Jahre be- ME während welcher das öffentliche und Privatſchuldenwe- jen geitlgt werden könnte, da es durch neue Kriege gewöhnlich von neuem wächſt, Die Beziehungen alſo, worin die Pro- vduction jeder Art zum Staate ſteht, ſind in der Art ſo bedeu- rend, daß ſie manchem kleinern Staate das umgetehrte Verhält= niß zu ſeinem Umfange geben; ein großer Theil des Erwerbes ird alſo ſchon auf dieſem Wege abſorbirt. Zwar macht man hrerbes geltend, daß die aus dem Nationzlvermögen geſchöpften Staatspedürfniſſe wieder in daſſeibe zurücfſließen, allein dieſer urückfluß iſt eben ſo unregelmäßig, als die Abgaben gewöhn: lich unverbältnißmäßig, und nicht auf die ſchon beſtehenden Be» laſtungen des. Cinfommens der Einzelnen berechnet iſt, wo-= bey noch zu bedenken, daß wenigſtens ein Theil der Zinſen einer bedeutenden Nationalſchuld ſtets dem Ausglande zufließt, vem. verſchuldeten Lande alſo nicht zu Gut kommt 3 außerdem bedingt jenes Zurückſtrömen der Staatsabgaben in die Hände der Beſteuerten, immer erſt wieder neue Anſtrengungen. der let: tern, und der Vortheil davon iſt für Viele unerheblich, Überdem aber ein ſoicher, der ihnen überhaupt auch nicht entgehen kann z es iſt aliv ein unerheblicher. Troſt daß die bezogenen Stqaats2 abgaben wieder in vie Caſſe des Publicums zurückfließen; weit wichtiger für das Allgemeine und für das Beſondere iſt die Frage: Welchen Einfluß der vorbezeichnete Verkehr. mit der Staatsichuld und das Abgabenſyſtem auf den Geldverkehr eines Volks überhaupt, auf den Privatcredit, auf den Preis aller Pro- ductedes Bodens, der übrigen techniſchen Betriebſamkeit und des Handels have; einige dieſer gewöhnlichen Folgen find ſchon angedceuret, ſie treten aber nod) mehr hervor, wo das eigentliche o%Nbgabenweſen dergeſtalt mit eingreift, daß dadurch die Anforz derungen des Staats an ſeine Eiuwohner ſebr ims Große geben. Wo. verzinsliche. Staatgeſfecten in Menge curſiren, können Fälle eintreten, die ein beynabe gänzlicdes Verſchwinden des Metall: geldes nach ſich ziehen 3; dann iſt der Geldmarkt gedrückt und die Verwendung der. Geldcapitaie in die Gewerbe iſt erſchwert, wird

oft aanz abgeſchnitten, während die Abgaben in,kleinen einzelz nen Poſten in Metallgelde erhoben werden. Die Seitenheit des Metallaelves kann in ſolchen Fällen eine unnatürliche temp0- ie Preisverminderung der unentbehrlichen Bedürfniſſe hervor- ringen.

Der Geldverkehr verfol3t da, wo Staatseffecten. in Umlauf ſind; zwey verſchiedene Richtungen, weil verſchiedene, Motive eriſtiren, die jene Richtungen beſtimmen 3 für den temporairen Geldwerth der Staatseſſecten ſpricht die bſſentliche Meinung, der GSeldwerth überhaupt wird höher oder niedriger aeſchäßt, je nachdem der Stand, der Effecten iſt, folglich je nachdem die öf fentliche Meinung ſich auf dieſe oder jene Seite neigt... Das Metallgeld hat immer den Vorzug unbedingten innern Werths; das Papiergeld dagecn nur einen bedingren, abhängigen, der möglicherweiſe zum Unwertbe herabſinken kann 3 letztern Falls, und beym Hinzutreten äußerer volitiſcher Umſtände und Verbhält- niſſe, Handelsſperren und dergleichen, kann durch Rückwürkung ſelbſt ver Sachwertb des Metallgeldes für eine gewiſſe Zeit ſtei-