Verhältniß des Landwirthſhaftsgewerbes zum Staate. 257 (667)
tale in der Zukunft z immer iſt das Nationalvermögen dadurch um ſo viel vermehrt, als der reine Ertrag' davon ausmacht.|
In ſoweit regelt die Natur, die Kunſt des Producenten, die Geſetzgebung, bezüglich auf Handels= und Gewerbsfreyheit und das nothwendige Bedürfniß des Volks, den ganzen Landwirth=2 ſchaftsverkebr z die gehabten rohen Erträge müſſen die Verlags» capitale(baares Geld, Zinſen, Naturalien, Löhnungen u, ſ,. w.) urücerſtatten, und der Ueberſchuß der dann noch bleibt, giebt die reine Bodenrente, oder denjenigen Gewinn, der allein bey der Bodencultur möglich, und reine Naturgabe iſt, ſie wird
|" niemals ſehr hoch ſeyn, ſie wird aber in der Negel nie man-
eln, Durch die Möglichkeit des Gewinns dieſer Rente ſteht as Landwirthſchafts: Gewerbe über den Übrigen techniſchen, auf Veredlung der Producte hinarbeitenden Gewerben, weil dieſe von der Concurrenz weit mehr leiden, und die Gewinne daran zwar oft boch ſeyn, oft aber auch ganz ausfallen können.
Sehen wir in dieſer Darſtellung*) den natürlichen Verlauf der Dinge und ſeine Reſultate, ſo fehlt gleichwobl noch viel daran, daß er überall und bey allen Völkern eintrete und zus träfe, weil Umſtände vorhanden ſeyn können, die dieß verhin» dern 3; dieſe Umſtände ſind ſehr mannichfach und verſchieden, ihr Weſen beruht aber darin, daß ſie die veine Bodenrente ver: mindern, oder gänzlich abſorbiren, ja zu Zeiten die Betriebs» Guat ſelbſt angreifen und theilweiſe vernichten können z dahin gehören
1) totaler Mißwachs, dieſer iſt jedoch gewöhnlich nur local, folglich nie allgemein.
2) Mangel an Credit nah vorgängigen Kriegen, daher ge» ſchwächte oder gänzlich vernichtete Betriebscapitale und Ju» verſtaria.
8)- Uebermäßige Benutzung des Credits in opulenten Zeiten, daher hohe Anlages und hohe Grundcapitale, und beym Rückgange des Bodenwerths und der Preiſe der Producte auf ihr natürliches„Maaß und Verhältniß, übermäßige Zinſenlaſt, die die Nente verſchlingt,
3) EZNOhung der gewöhnlichen Landesabgaben durch Kriegs- ſteuern, Lieferungen und DeFXung der Staatsſchulden, oder auch durch fehlerhaft angelegte Grundſteuern.
5) Hoher Zinsfuß, Geldmangel und Wucher durch Krieg und Unruhen berbeygeführt.
6) Hohe Rrheitslöhne, durch„contractliche Verbindiichkeit ian opulenten Zeiten eingegangen, an deren Wechſel nicht ge» dacht wurde, und die in der Gegenwart drückend werden.
7) Regierungsmaximen, die in einzelnen Fällen zur Abhülfe tewporairer Calamitäten in Anwendung gebracht werden, und die nur zu bäufig 41% den Organismus der Geſell- ſchaft, und gegen alle geſunden Grundſäße der Verwal- tung anlaufen,
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*) Es giebt viel Perſonen, die eine ſolche Darſtellung mit der unpaſſenden Benennung,„theoretiſche Daritellung“ bezeichnen würdeu; ſie weinen damit, daß dteſe im praktiſchen Leben nicht zutreffe; wix laſſen da-
ber den ins praktiſche Leben gethaneu Bli>(ogleuh folgen.


