Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie. 3, Abſchn. G16)-

Wie nun eigentlich der Geldpreis der Arbeit zum vorliegen- den Zweeke auszumitteln iſt, haben wir bereits im 3. Bande d. Encykl, S. 568 gezeigt, und es iſt daher bier nur nod) zu be- merken, daß, da man die Folgen der Einwirkungen, die qus den eben geſchilderten Mißverbältniſſen entſtehen, nicht für jedes Land ſofort ermeſſen und ausſprechen kann, hier nur allein auf den Mittelpreis des Brodgetreides, und auf das Angebot und die Nachfrage der Arbeit, als den Hauptfactoren ihres Preiſes, zurüFgegangen werden kann. y

. Aber auch. in Anſehung der Feſtſezung des wahren Mittel- preiſes der Getreidearten, beſonders des Brodgetreides, ſtößt man auf Hinderniſſe, die, je nach der Verfaſſung der Länder, ver- ſchieden find, und nicht immer ſofort die Ermittelung der Wahr- beit zulaſſen, Der Mittelpreis läßt ſich eigentlich mit Gewißheit für ein großes Land nur bey vollkommener Handelsfreyheit erfor- ſchen, wogegen diejenigen Länder, in welchen der Getreidehandel nicht frey iſt, und die Grenzen oft oder beſtändig für die Aus- und Einfuhr geſperrt ſind, wo man alſo noch dem Grundſate huldiget, Wohlfeilheit und Theurung durch Zölle zu dirigiren, allerdings hierin ein abweichendes Reſultat gegen jenes zeigen

werden 3; dieſe Abweichungen werden ſich bedeutender darſtellen

in Ländern von geringem Umfange, wie in größern Staaten, weil lehtere mehr Marktgebiet, folglich bey größerm Angebot doch auch mehr Nachfrage haben; im Ganzen ergiebt ſich aber doh, daß die Specialpreiſe, die in einzelnen; 3, B.. deutſchen Ländern, von einem namhaften Zeitraume bekannt ſind, wenn ſie zu einem GSeneraldurc<ſchnitt von Deutſchlands Productenpreiſen verwendet würden, ſo verſchieden ſie auch ausfallen, dennoch mit dem Mit- telpreiſe anderer Nachbarländer ziemlich übereinſtimmen, und Hiervon iſt der Grund lediglich in dem Handelsbetriebe der Na- tionen zu ſuchen, welcher dem Getreide einen Weltpreis verſchafft, weil der Großhandel, beſonders über See, ſtets die Märkte auf» ſucht, wo dieſe Waare fehlt, alſo bewirkt, daß daran niemals Mangel ſey, und da die Nachfrage niemals ganz aufhört, ſo kann auch ein enormer Preis ſich im gewöhnlichen friedlichen Bertehr niemals geſtalten, ſondern es können bey dieſem Handel nur die gewöhnlichen Vortheile erreicht werden, und daher wird derſelbe nux in dem Maaße betrieben, als dieſe zu erreichen ſtehen 3; ein dermaßen ſpeculativer Betrieb, der an das Lottomä- ßige geht, und im Anfange dieſes Jahrhunderts Statt gefunden hat, gehört alſo lediglich zu den Avsnahmen. j Betrachtet man den deutſchen Staatenbund als ein Ganzes und als ein Continent an zwey Meeren belegen, und mit vielen Handelsſtraßen im Innern, bringt man die vielen verſchiedenen Münzſorten und Getreidemaaße auf eine Rechnunggeinheit, ſo er- geben ſich die Mittelpreiſe der einzelnen bedeutenden Länder, und man findet ſie nicht bedeutend abweichend von einander.; Bey Berechnungen der Art, bat man auf einen gewiſſen Zeit- raum zu ſehen, der nicht zu kurz iſt, manj hat in Anſehung vorkom:- mender enormer Preiſe auf ihre Urſachen zurü> zu geben, die, ſobald ſie unmittelbar von kriegeriſchen Vorfällen entſtehen, au- per Nechnung bleiben müſſen, wogegen die gewöhnlichen Schwan- kungen des Preiſes lediglich als die verſchiedenen Reſultate des Angebotes und der Nachfrage, folglich der reichen, mittlern oder