Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
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Oekonomie. 4. Abſchn. (622)

Herr Staatsrath Thaer, dem der Landbau ſo viel verdankt, hat daher zur Abhülfe vieler Mängel der bisherigen Aer- Claſ- fification vorgeſchlagen:

bey allen Gelegenheiten, die das erwähnte Credit-Inſtitut nicht betreffen, dieſe Claſſification aufzugeben und ſich 6i= ner neuen, verbeſſerten zu bedienen, welche alle in Deutſch- land bekannte Bodenarten einſchließt und den allmähligen Uebergang auszudrücen verſtattet, wieihn die Natur dar- ſtellt. In ſeiner Schrift:Verſuch zur Ausmittelung des Reinertrages productiver Grundſtücke," ſind die leitenden Grundſätze zu folgender Aer- Claſſification enthalten:

IT. Claſſe. Reicher Niederungsbodet, Ange- ſchwemmter humoſer Thon z fehlerfreye Miſchung, ſichere Lage, in vielen Fällen Zuſatz von-Kalk.. Zu Raps, Weizen, Klee und allen Früchten, die eine reiche, tiefe Krume verlangen, vollfom- men geeignet.

11. Claſſe. Humoſer Lehmboden. Geringeres Thon-

verhältniß, als in der vorigen. Claſſe, ſonſt tief, reich und ſicher. Zu Gerſte, Kartoffeln und Klee noch mehr, als zu Weizen ge- eignet.,; IL Claſſe. Thonboden mit genügendem Humus, auch einigem Zuſätz von Kalk, um eine gute Beſtellung zu erlauben, theils in Stromniederungen, theils auf der Höhe anzutreffen, und vorzugsweiſe zu Weizen, bey gehöriger Düngung auch zu Naps geeignet,

IV. Claſſe, Lehmboden mit tadelloſem Untergrund und tiefer Krume zu Weizen nur bey vorzüglicher Cultur geeig net, ſehr ſicher zu Noggen, Gerſte und Kartoffeln,(Gerſten: boden erſter Claſſe.)

V. Claſſe. Sandiger Lehmboden mit anhaltendem Untergrunde. Wird, gewöhnlich bey hügelichter Oberfläche ange- troffen. Auch gehört der humoſe Wieſenboden hieher, der ſich in einigen Niederungen findet, und der wegen ſeiner faſerigen Beſchaffenheit und trocknen Lage nur guten Hafer und leidli- <en Noggen trägt.;

v1. Claſſe. Strenger Thonboden mit geringem Humusgehalt und undurchlaſſendem Untergrunde.(Weizenland zweyter Claſſe.)

VII. Claſſe- Sandiger Lehmboden mit dürrem Un- tergrunde oder flacher A>erkrume, Trägt nach guter Düngung die ſechszeilige Gerſte, ſonſt Hafer. Der Moorboden, wenn der Untergrund nicht fehlerhaft iſt, wird, dem Reinertrage nah in dieſe Claſſe zu ſeen ſeyn,

VIIL Claſſe. Magerer Thon- oder Lehmboden bey fehlerhafter Lage und undurchlaſſendem Untergrunde« Kalter Haferboden, auch Bergboden und Schluff: genannt. Sehr un- ſicher und der Verbeſſerung widerſtrebend.

IX. Claſſe Lehmiger Sandboden mit anhaltendem Untergrunde. g

X. Claſſe, Gewöhnlicher Sandboden mit ſchlech- tem Untergrunde,

Sehr zwe>mäßig iſt, um den Werth einer jeden Ackerclaſſe feſtzuſtellen, daß man ſich der von Herrn Thaer zuerſt vorge-