Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
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18
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Oekonomie. 4. Abſchn, (620);

Bey ſo mannichfaltigen Rückſichten, die bey der Werthbe- ſtimmung des Ackers in Betrachtung kommen, iſt nicht zu ver- wundern, wenn es zur Zeit noch an einer allgemein anerkannten Claſſification des Ad>ers fehlt.

In mancyen Ländern kennt man bis dieſen Tag im gemeinen Leben nur die drey Claſſen des guten, mittleren und ſchlechten Bodens, und es fehlt häufig an geſetblichen Beſtimmungen, bey Ackerumtauſch, Rechtsſtreitigkeiten und Beſteuerungen einen an- dern Maßſtab anzunehmen, als dieſen unvollkommenen. Im preußiſchen Staate hat man bey Gründung der Creditſyſteme in den verſchiedenen Provinzen zuerſt beſſere Grundſätze bey der Werthſchäßung productiver Grundſtücke in Anwendung gebracht, die bey öffentlichen Verhandlungen noch jeht zur Baſis dienen, Obgleich dieſe Claſſification des Ackerlandes manche Mängel hat, ſo iſt ſie doch noch von keiner beſſern geſetzlichen übertroffen. Da ſie durch öftere Anwendung in den alten Provinzen des preußi2 ſchen Staates zur allgemeinen Kenntniß der Einwohner gelangt iſt, ſo iſt ſie für die Erleichterung des A>kerumtauſches ſehr zu- träglich geworden. Der gemeine Landmann, der unfähig iſt, ſich zu höheren Anſichten zu erheben, hat hier häufig von den verz ſchiedenen Ackerclaſſen einen ganz klaren Begriff. Es wird da- ber zweckmäßig ſeyn, die Grundſätze der brandenburgiſchen Acker- ſchäßung zuerſt anzugeben. Nach derſelben kommt aller Aer in folgende Claſſe zu ſtehen:

1) Weizenland erſter Claſſe 3

9) Weizenland zweyter Claſſez 3) Gerſtenland erſter Claſſe z;

4) Gerſtenland zweyter Claſſe z 5) Haferland erſter Claſſe z

6) Haferland zweyter Claſſe z 7) Roggenland,

Die Einwohner anderer Länder haben häufig an dieſer Be- nennung Anſtoß genommen und nicht begreifen können, warum einer ſo wichtigen Frucht, als der Roggen iſt, erſt bey der leßz- ten und ſchlechteſten Claſſe Erwähnung geſchieht. Dieſe Benen- nung gründet ſich aber auf die in den Marken zur Zeit der An- nahme dieſer Taxprincipien beſtehenden Fruchtfolge und Ac>kerbe- nußung und iſt ſehr wohl begründet.

Als Weizenland erſter Claſſe, auch ſtarkes Weizen- land genannt, wird derjenige Boden verſtanden, der bey einer ſechsjährigen /Düngung und bey der Dreyfelderwirthſchaft nach jedem Brachjahre Weizen mit Vortheil zu bringen vermag, und auf em als Samenfrucht die zweyzeilige Gerſte vollfommen

edeihet.

3 Weizenland, zweyter Claſſe iſt derjenige Boden, welcher nur nach der friſchen SUnZINE mit höherem Vortheil Weizen und nach der mageren Brache bey der Dreyfelderwirth- ſchaft in der Regel mit Noggen. beſäet wird.

Unter Gerſtenland erſter Claſſe wird derjenige Bo- den verſtanden, dem zum ſichern Anbau des Weizens'der Thon- gehalt fehlt, der aber übrigens eine humoſe, tiefe und reiche Krume hat und mit allen Eigenſchaften verſehen iſt, die die Gerſte und den Roggen zur Hauptfrucht machen.. Auf dieſem