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Vegetation der Feldgewächſe. Winterroggen. 461
(305) dur< einen Froſt am 16. May 18321 einen großen Schaden im Roggenfelde. Der Noggen hatte ſchon Aehren, jedoch noch keine Blüthen. Man faßte anfänglich den Entſchluß, den Roggen an den erfrornen Stellen abmähben zu laſſen, ward aber durch Zures den von manchen Seiten davon abgebracht. Um aber doch zu erfahren, ob man nicht beſſer gethan haben würde, wenn man jenen Entſchluß befolgt hätte, ließ man an mehreren Orten einige Schwaden quer durch das Aerſtück abmähen, Bey der Erndte fand ſich, was früher vermuthet wurde; der Noggen war auf dieſen Stellen überall länger und ſchöner im Korn, als Der: welcher ſtehen geblieben war, Dieſer war größtentheils Umgefale len, wieder ausgeſchlagen, ungleich reif, und die alten ſtehenge» bliebenen Halme batten ein elendes mageres Korn, welches eine ſchlechte Ausbeute gab, auch ſtäubte alles beym Aberndten. Jez- doch war der nach dem Froſt abgemähete Roggen, natürlich erſt
„„Dieſe Erfahrung hat bey dem Berichterſtatter den Grundſatz feſtgeſtellt, jedesmal, wenn die verderbenden Nachtfröſte im May Schaden am Roggen zufügen, denſelben abmähen zu laſſen, ins dem alsdann doch noch eine gute Erndte, wenigſtens gewiß eine beſſere zu erwarten ſtehe, als zu hoffen wäre- Wenn nach dem Froſtunglü> der Roggen ungemähet ſtehen bliebe. Dex Acer, auf welchem dieſer Verſuch den Erwartungen entſprochen hat, iſt Sand, mit ſchwarzer Erde vermiſcht, ohne Lehm oder Thon; ex iſt jedoch nicht durch Anbau entkräftet, da er, nach einer viere jährigen Ruhe als Weideſchlag, nur eininal Hafer getragen hatte, und den Herbſt/ wo der Hafer geerndtet wurde, gedüngt und mit Nogaen beſtellt worden war. Es möchte indeſſen wohl be
einem Boden, der nicht ſo in Kraft iſt, das Wiederausſchlagen des erfrornen und abgemäheten Noggens einen nicht ganz ſs
günſtigen Erfolg haben.“.
Diejenige Periode, welche über den Ertrag des Roggens hauptſächlich und mehr, wie bey andern Getreidearten entſcheis det, iſt die Blüthezeit, Man kann Über den Ertrag der Körner nicht eher entſcheiden, als bis dieſe vorüber iſt. Ein Reif zu dieſer: Zeit vernichtet oft alle Hoffnung, Eben fo nachtheilig wirkt in dieſer Zeit eine anhaltend regnichte feuchte Witterung, Einzelne, auch oft wiederkehrende Regenſchauer ſchaden nicht, wenn nur zwiſchendurch trockne, warme Stunden kommen 3 denn der Roggen verſchließt während des Regens ſeine Spels zen, und wenn darauf warmer Sonnenſchein folgt, treten die Staubbeutel mit Macht hervor, und der Samenſtaub überzieht in einer dichten Wolke das Feld, Allein bey anhaltend feuche tem Wetter verdumpfen endlich die Staubbeutel in den Samen- ſpelzen und faulen; es geht feine Befruchtung vor, vder das Körnchen wird von der Fäulniß mit ergriffen. Kraftvolle Saat widerſteht den Einwirkungen äußerlicher Schädlichkeiten mehr, als ſchwächliche. Starke Winde während der Blüthe ſind dem Roggen ſehr nachtheilig, weil dadurch der befruchtende Blü- thenjtaub entführt wird, ohne daß eine Befruchtung erfolgt. Hat ſich der Roggen vor der Blüthe gelagert; ſo erfolgt die Be fruchtung nur unvollſtändig, und er giebt dann gewöhnlich we- nig Körner,
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