Teil eines Werkes 
2 (1806) Nachlieferung
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

==? 9=<

Sollten auch vielleicht die, im Frühling und Herbſt gewöhnlichen Re- gengüſſe den männlichen Staub der weiblichen Narbe zuführen, da wir durch Hedwigs Beobachtungen wiſſen, daß die männlichen Staub- gefäße ſich unter dem Waſſer ſchneller ihres körnigen Saamenſtaubes entladen?--;

Einen ſtärkeren Einwurf macht der verdienſtvolle Herr Profeſſor Sprengel in Halle, durch ſeine== im 3ten Theile feiner Anleitung zur Kenntniß der Gewächſe angeführte Behauptung, daß die Knospett worin ein großer Theil der Mooſe ſeine Kölbehen trägt, feſt geſchloſ- ſen wären, und daß: es ihm daher unerklärbar ſey, wie der befruch- tende Stoff aus ihnen auf die entfernten Piſtille wirken könne. Frei- lich muß ich geſtehen, daß auch ich die Knospen oft geſchloſſen gefun- den habe, jedoch nicht immer: ſo fand ich ſie z. B. bey Hypnum flui- tans und H. squarrosum geöffnet. Auch die ſcheibenförmigen Blüthen einiger Mooſe haben die Eigenſchaft, bald offen, und bald als dicke Knoſpe zu erſcheinen; wahrſcheinlich je nachdem ſie ihr Begattungs- geſchäft verrichtet haben oder nicht,

Einen früheren Einwurf machte ſchon Meeſe durch eine Beobach- tung: er ſäete nemlich die männlichen ſternförmigen Blüthen von Polytrichum aus, und erhielt auf dieſe Art junge Pflanzen. Der ver- ewigte Hedwig hat indeſſen den hiedurch entſtandenen Zweifel ſchon dadurch kräftig widerlegt, daß er mit vieler Wahrſcheinlichkeit vermu- thet, es mögte ſchon vor dem Ausſäen Saamen aus den nahe bey- ſtehenden reifen Kapſeln auf die männlichen Blücthen herabgefallen ſeyn, der den aufgefeimten Pflänzchen das Daſeyn gegeben hätte,

Auf das Blühen und Fruchttragen der Mooſe ſcheint die Feuch- tigfeit= ſobald ſie nemlich im gehörigen Maße ſiatt findet== den

B