Teil eines Werkes 
2 (1806) Nachlieferung
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

=== BY=>,

derbar war mir die Bemerkung, daß die Exemplare des Mnium palustre, an denen ich jene Knöpfchen ſammelte, nur ſehr ſelten mit Kapſeln verſehen waren: ſollten vielleicht, wenn der Standort dem Mooſe nicht Stoff genug zur vollfommenen Ausbildung der Früchte darbietet, die Säfte ſich mehr in der Gegend der männlichen Blüthen anhäufen, und dort dieſe ſonderbar geformten Körper hervorbringen? Sollten auch nicht die für Blüthen angeſehenen Knspfc<hen bey Te- traphis pellueida ſolche Blätterrös8chen ſeyn, und dagegen nur die roſenartig gebildeten Körper bey dem ebengenannten Mooſe mit Recht männliche Blüthen genannt werden fönnen?

Ueber die Begattungsart der Laub- Mooſe hat man lange ge- ſtritten, und noch jekt iſt man mit dem Streite nicht aufs Reine gekommen; ich begreife aber nicht, wie man, wenn man die Moosblüthen ſelbſt zergliedert und unter dem Mikrosfop beobach- tet, und ihre, den Blüthen der Phanerogamen ſo ähnliche Bildung geſehen hat, noc< an der Richtigkeit der Theorie des berühmten Hedwig,daß nemlich die weiblichen Moosblüthen eben ſo. wie bey den Phanerogamen durch den Staub der männlichen Saamentheilchen be- fruchtet, und dadurch die Früchte hervorgebracht würden, hat zwei- feln fönnen. Warum ſollen wir eine Meinung verwerfen, welche derNatur ſo ſehr gemäß iſt, ehe wir eine beſſere haben!=- Der berühmte Gärtner hat den Einwurf gemacht, daß die männlichen Blüthen bey den Mooſen von den weiblichen zu weit entfernt wären; indeſſen iſt dicſes nicht immer der Fäll: manches Moos trägt Zwitterblumen; und bey denen getrennten Geſchlechts fährt wahrſcheinlich= wie dieſes bey ſo vielen Gewächſen der 2x. und 22. Linneiſchen Klaſſe der Fall iſt=

der Wind den männlichen Saamenſtaub den weiblichen Narben zu. Sollten