Teil eines Werkes 
2,2 (1811) Besondere Pflanzenkunde
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen

Blätter ſind herzförmig- eyfsrmig, lang zugeſpißt, ſägezähnig, auf beiden Seiten.mit Brennborſten bes ſeßt, und zeichnen ſich ſchon durch ihr dunkleres Grün von der vorigen Pflanze aus. Die grünen Blüthen ſtehen gewöhnlich in 2 oder 4 ſehr äftigen, vielblüthi- gen Trauben in den Winkeln der Blätter. Site ſind gewöhnlich ganz=-, öfter aber auch nur halbge- trennten Geſchlechts.

An Ackerrändern, Wegen, auf Scutthaufen; aber auch an ſchattigen Pläßen, iſt dieſe Pflanze oft eins der gemeinſten Unfräuterz ſie blüht im Juli und Auguſt, und ihre Saamen reifen im September und October.>.

Auch ſie liebt vorzüglich einen humoſen Boden, und wo man ſie auf Aeckern und an Ackerrändern in Üppigem Wuchſe und großer Menge antrifft, da kann man mit Sicherheit auf einen reichen Humusgehalt ſchließen, Nicht ſelten habe ich ſie in hohlen Bäumen, welche mit Pflanzenerde angefüllt waren, angetroffen. Sie iſt übrigens-- abgeſehen von ihrem Schaden als Unkraut== eine ſehr nüßliche Pflanze. Für das Vieh, beſonders die Kühe, iſt ſie ein geſundes milch- vermehrendes Futter. Auch für das junge Federvieh ſind die zerhackten jungen Blätter, die man unter Kleye oder ein anderes Futter mengt, eine ſehr zu- träglihe- Nahrung. An einigen Orten iſſet man auch die Sproſſen im Frühjahre als Gemüſe. Die Sten- gel enthalten einen feinen, ſtarfen Baſt, der wie Hanf zu Garn und Papier benußt werden kann. Zwar lies